Rezension | Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher

28. April 2017 | | Kommentieren


cbt | 2012 | 288 Seiten
Originaltitel: Thirteen Reasons Why
erhältlich als Taschenbuch | eBook | Hörbuch





Meine Meinung

Wer hat den Hype um Tote Mädchen lügen nicht nicht mitbekommen? Jeder möchte es lesen, jeder möchte die Serie schauen. Dabei geht es um ein so trauriges und ernstes Thema.
Auch ich gehöre zu den Netflix-Junkies, die es kaum abwarten können, die Serie endlich zu schauen. Aber vorher musste natürlich das Buch gelesen werden.


Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf »Play« – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon ...
(Quelle: cbt)

Ich überlege schon die ganze Zeit, wie ich diese Rezension schreiben soll. Wie ich meine Meinung zu diesem Buch, das so bedeutend in der heutigen Zeit ist, in Worte fassen soll. Denn Tote Mädchen lügen nicht ist nicht einfach nur unterhaltend. Es befasst ein ernstes Thema, das unbedingt zum Nachdenken anregen muss.

Die Kapitel sind genau in die jeweiligen Seiten der Kassetten, also in die unterschiedlichen Personen, um die es darauf geht, eingeteilt. Dadurch hat man immer wieder kurze Verschnaufpausen, bevor man sich der nächsten schockierenden Geschichte widmen kann.
Und schockierend sind sie von Anfang an. Denn schon die erste Kassettenseite bringt eine Tat auf, die einem jungen Mädchen ganz schön zusetzen kann. Man leidet mit Hannah mit und würde am liebsten selbst eingreifen. Nicht nur am Anfang, sondern immer wieder.


Zwischendrin sind die Geschichten um das Geschehene nicht mehr ganz so schlimm, im Vergleich zu den ersten beinahe harmlos. Das ist es wohl auch, was sich Hannahs Mitschüler gedacht haben. Das ist alles harmlos. Wir tun nichts schlimmes.
Sie denken sich nichts bei ihren Scherzen oder ihrer Prahlerei auf Hannahs Kosten. Denn wär könnte denken, dass sich in Hannah all diese Situationen ansammeln zu einem riesigen Klumpen aus Hass und Einsamkeit. Selbst als Leser dauert es eine Weile, bis man sich bewusst wird, wie schlimm es um Hannahs Befinden wirklich steht.

Dieses Buch gipfelt in einem dramatischen Ende, das mich sprachlos zurückgelassen hat. Denn es ist Hannahs Ende. Man erlebt es nicht genau mit, aber man erlebt mit wie sie den letzten Funken Hoffnung verliert. Wie sie aufgibt.
Tote Mädchen lügen nicht kann noch mit einem kleinen Happy End aufwarten. Mir ist bewusst, dass ein richtiges Happy End nicht zu dieser Geschichte passt, aber dieses Pseudo Happy End ist ehrlich gesagt nur wenig Trost.


Fazit

Tote Mädchen lügen nicht ist eine spannende Geschichte über ein Mädchen, das nach und nach den Glauben an ihre Mitmenschen und all ihre Hoffnung verliert. Es gibt nichts mehr, woran sie glauben kann und das zerstört sie vollkommen.
Dramatisch wird ihre Geschichte erzählt, aber sie rüttelt einen wach. Manchmal sollte man sich nicht auf das Offensichtliche konzentrieren, sondern auf die Details achten.



besonders tragisch



Vorheriges Buch: Ragdoll
Nächstes Buch: Don't Kiss Ray

Schreiblaunen #11

26. April 2017 | | Kommentieren
Eine Aktion von Fieberherz

Hallöchen ihr Lieben,
es ist mal wieder Zeit für die Schreiblaunen. Letzten Monat habe ich an dieser Stelle erwähnt, dass ich gerade wieder so eine Zweifel-Phase habe. Ich glaube, die Zweifel werden immer im Hinterkopf bleiben, aber momentan sind sie sehr, sehr leise. Und diese motivierte Schreibphase, die ich mir gewünscht hatte, ist tatsächlich eingetreten.



 Woran ich gearbeitet habe ...

Wie es scheint, ist mein Ziel euch zu verwirren :D Denn ich habe schon wieder das Projekt gewechselt und bin zu Hannah Cutler, also meiner Magier-Dilogie zurückgekehrt. Der Plot wurde von einer Autorenkollegin abgesegnet, sodass ich mich tatsächlich darauf einlasse.
Und momentan macht das Schreiben sogar Spaß, weil mich die Geschichte in eine völlig andere Richtung lenkt, als sie am Anfang, bei der allerersten Version, hatte. Ich bin gespannt, was da noch so auf mich zukommt und hoffe, dass ich noch ein bisschen Action reinbringen kann.


 Was sich als nützlich erwies ...

Camp NaNoWriMo!
Muss ich mehr sagen? Das Camp findet im April statt und es hat mir wirklich wahnsinnig geholfen. Warum, kann ich nicht mal sagen. Wie immer bei solchen Aktionen habe ich einen guten Start hingelegt, jeden Tag mein Soll geschafft, meist sogar mehr.
Mitte des Monats hab ich dann etwas nachgelassen, was auch typisch ist. Aber Ende des Monats hab ich wieder stark angezogen und wirklich viel geschrieben. Und wir haben ja noch ein paar Tage vor uns. Also mal schauen, was da rauskommt :)
Mich hat auch noch etwas anderes motiviert, aber dazu ein andermal mehr.



 Das stört mich noch ...

Mich stört eigentlich nur eine Sache.
Ich weiß nicht, woran es liegt, aber Abends bzw. Nachts schreibe ich am Besten. Da fließen die Worte einfach viel besser und bilden sich zu viel schöneren Sätzen als tagsüber. Nur leider bin ich abends von der Arbeit immer so unglaublich müde, dass ich mich nicht so recht zum Schreiben aufraffen kann. Kaffee hilft bei mir leider auch nicht, deshalb bin ich noch am überlegen, wie ich dieses Dilemma lösen soll.



 Spannende Artikel

Auf Schreibwahnsinn gab es ein paar Tipps dazu, wie man seine Schreibzeit effektiv gestaltet. Die werde ich gleich mal nutzen, um noch ein paar Wörter rauszuhauen.

Jean Parker hat eine Liste erstellt: Gadgets, die jeder Autor haben sollte. Das meiste davon hab ich auch, das ist doch schonmal gut :)

Und hier etwas für bereits veröffentlichte Autoren: Auf loudwords gibt es Tipps, wie man einen missglückten Buchstart retten kann.

Und zu guter Letzt auf Vom Schreiben leben ein Beitrag dazu, wie man seine Leser von den Socken haut.

Rezension | Im Bann des Mondes von Kristen Callihan

24. April 2017 | | Kommentieren


LYX | 2014 | 448 Seiten
Originaltitel: Moonglow | Reihe: The Darkest London (Band 2)
erhältlich als Taschenbuch | eBook




Nachdem ich den ersten Band dieser Reihe (Kuss des Feuers) vor zwei Jahren gelesen habe, wurde es höchste Zeit, das auch mit dem zweiten nachzuholen. Denn eigentlich hatte ich mich sehr auf Im Bann des Mondes gefreut, weil man schon im Vorgänger einen Vorgeschmack auf die Charaktere darin bekommen hat.
Und auch der Inhalt klingt sehr vielversprechend.


Nach dem Tod ihres herrschsüchtigen Ehemanns ist die junge Witwe Daisy Ellis Craigmore entschlossen, endlich das Leben in vollen Zügen zu genießen. Doch dann wird Daisy von einem Werwolf angegriffen und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Zum Glück kann sie auf die Hilfe des attraktiven Marquis of Northrup zählen, der jedoch selbst ein dunkles Geheimnis hütet.
(Quelle: LYX)


Da Daisey und Miranda, die Protagonistin des ersten Bandes, Schwestern sind, ist es wohl nicht wunderlich, dass die beiden sich irgendwie ähneln, obwohl sie vollkommen unterschiedlich sind.
Daisey gilt durch ihre Rundungen als Femme Fatale, aber eigentlich ist sie sehr unsicher und durch ihren ersten Ehemann verstört was Liebe und Leidenschaft betrifft. Sie zieht die Blicke der Männer auf sich, weiß aber überhaupt nicht, wie sie damit umgehen soll.

Dieses Sie gehört zu mir-Gefühl, das wir von Archer schon aus dem ersten Band von Beginn an kennen, bleibt hier lange aus. Ian fühlt sich zwar eindeutig zu Daisey hingezogen, für ihn steht aber ihr Schutz vor dem wahnsinnigen Werwolf in Vordergrund.
An beide hängen Erlebnisse aus der Vergangenheit, von denen sie nicht loskommen.

Die Handlung schreitet ziemlich flott voran. Immer wieder tauchen Opfer des Werwolfes aus und Ians Ziel ist es herauszufinden, wer sich hinter der Werwolfsgestalt verbirgt. Dadurch bringt er sich mitten ins Kreuzfeuer. Und auch Daisey nimmt nicht den Platz einer Zuschauerin ein.
Immer neue Wendungen bringen die Spannung zum Wachsen und man hat als Leser die Gelegenheit, selbst mitzurätseln und zu ermitteln. Wer ist der Werwolf und wieso ist er wahnsinnig?

Die Geschichte um Daisey und Ian spitzt sich zu, bis sie sich ihrer Zuneigung ergeben. Für einen Erotikroman geschieht das sogar ziemlich spät und leider ist dieser Teil wenig überzeugend. Die erotischen Szenen wirken altmodisch, was beim ersten Band nicht der Fall war, und beim Lesen habe ich mich fast ein bisschen fremdgeschämt.
Gegen Ende wird es noch einmal dramatisch, aber es gibt (natürlich) ein Happy End. Wenn ihr mich fragt, ist es ein bisschen zu happy.
Und ganz schlüssig ist es mir leider auch nicht. Es fehlen ein paar Erklärungen über Wesen, die neu in die Welt von The Darkest Minds eingeführt werden und am Ende eine wichtige Rolle spielen.

Das besondere an dieser Geschichte ist jedoch, wie die Werwölfe dargestellt werden. Denn wenn sie sich ihrer tierischen Gestalt nicht hingeben, werden sie nicht als Werwölfe, sondern als Lykaner bezeichnet. Sie bestehen aus zwei Seelen, die des Menschen und die des Wolfes. Beide kämpfen um die Oberhand und müssen eine geregelte Koexistenz erst lernen.
Außerdem können Lykaner oder Werwolfe andere Menschen nicht durch einen Biss verwandeln, sondern ihre Art nur an Nachkommen weitergeben. Diesen Teil finde ich sehr interessant und toll gelöst.


Abschließend lässt sich sagen, dass mich Im Bann des Mondes leider nicht so überzeugen konnte wie der Vorgänger. Dennoch bietet dieses Buch eine schöne Unterhaltung.
Besonders toll waren die neu eingeführten Wesen, dass man noch mehr über die Welt von The Darkest Minds erfahren hat und dass die Charaktere aus dem ersten Band auch eine kleine Rolle gespielt haben.




Weitere Bücher der Autorin

Kuss des Feuers


Vorheriges Buch: Billy the Beast
Nächstes Buch: Anima