Rezension | Forbidden von Tabitha Suzuma

24. August 2015 | |
Oetinger | Originaltitel: Forbidden
448 Seiten | Taschenbuch | 9,99€

Klappentext
In Forbidden geht es um Maya & Lochan, die mit ihrer Liebe Grenzen überschreiten, denn die beiden sind nicht einfach nur irgendwelche Jugendliche, sie sind Geschwister. Geschwister, auf deren Schultern viel Verantwortung liegt, seit ihr Vater mit einer anderen Familie abgehauen ist und die Mutter trinkt und nur noch alle paar Wochen zuhause vorbeischaut. Gemeinsam müssen sie nicht nur den Schulalltag meistern, sondern sich auch noch um ihre drei jüngeren Geschwister kümmern. Diese gewaltige Aufgabe macht die beiden zu einem eingespielten Team und sorgt dafür, dass sie das Gefühl haben, dass sie sich und ihre Gefühle verstehen wie kein anderer es kann.
Dadurch entsteht eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf.

Handlung & Umsetzung
Der Klappentext lässt erst einmal auf eine normale Liebesgeschichte vermuten, doch schon in den ersten Seiten wird klar, dass zwischen Maya und Lochan überhaupt nichts normal ist. Wer nicht weiß, dass es in diesem Buch um Geschwisterliebe geht, wird also erst einmal geschockt sein.
Ich wusste es und genau diese Thematik war der Anreiz für mich, es zu lesen und obwohl ich wusste, um was es geht, war ich überrascht, wie tiefgehend das Thema ausgebaut wurde. Es wurde wirklich nichts ausgelassen, was ich erstaunlich für solch ein Tabu-Thema finde.
Der Einstieg ist gelungen und ich habe schnell reingefunden, dann hat sich das Buch meiner Meinung nach aber leider etwas gezogen. Es gab Seitenweise Gedankengänge oder andere Erklärungen, auf denen sonst nicht wirklich viel passiert ist. Das hat bei mir leider wieder das Blätter-Syndrom hervorgerufen. Und wenn man das bei einem Buch mal hat, kann man damit fast nicht mehr aufhören.
Am Ende findet die Spannung dann noch einmal ihren Höhepunkt und ich war schockiert davon, wie dieses Buch abschließend. Es war eine unerwartete und dramatische Wendung, die mich noch einmal sehr zum Nachdenken gebracht hat.

Charaktere
Die Charaktere haben mir gut gefallen und ich konnte sehr gut mit ihnen mitfühlen. Mir hat beinahe das Herz wehgetan, als die Lage der fünf Geschwister immer klarer wurde. Ein Vater, der abgehauen ist und sich nie meldet, eine Mutter, die nur alle paar Wochen zuhause auftaucht und dann betrunken ist und sich nicht wirklich für ihre Kinder interessiert.
Maya und Lochan standen natürlich im Fokus dieses Romans, weshalb man sie am besten kennen lernen konnte. Maya ist ein nettes Mädchen, dass ein bisschen die Rolle der Ersatzmutter aufgedrückt bekommt und die gute Seele der Familie ist. Sie versucht, immer alles mit sanften Worten zu regeln. Lochan ist der älteste und somit der Mann im Haus, wie die Mutter gerne sagt. Er kümmert sich um alle Angelegenheiten und das obwohl er eine Sozialstörung hat und nicht mit Fremden sprechen kann.
Kit ist der dreizehnjährige, aufmüpfige Teenager, der sich am Liebsten mit seinen Freunden im Park aufhält, Schule schwänzt, raucht und seinen großen Bruder provoziert. Anfangs erscheint er eher unsympathisch, aber es wird schnell deutlich, dass er mit der gesamten Familiensituation überfordert ist und seinen Vater sehr vermisst.
Tiffin und Willa sind die beiden Jüngsten der Familie und verstehen noch nicht wirklich, warum ihre Mutter nie da ist. Sie bringen eine kindliche Naivität in das Buch, die einen die Tränen in die Augen treibt, weil man nicht glauben kann, dass sie in so jungem Alter schon so viel durchmachen müssen.

Schreibstil
Der Schreibstil hat mir an sich gut gefallen. Man kann das Buch fließend lesen und die Sprache der Charaktere ist ihnen angemessen. Leider war es mir hin und wieder einfach zu viel Text, was mich so ein bisschen rausgebracht hat.



Forbidden ist ein tolles Buch, das einen über das Tabu-Thema Geschwisterliebe nachdenken und es teilweise mit anderen Augen sehen lässt. Ich kann den Roman wirklich empfehlen, um einmal eine andere Seite kennen zu lernen.



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