Reisebericht Paris | Tag 1&2 - Eine Reise, die schon zu Beginn unter einem schlechten Stern stand

3. September 2015 | |

Hallöchen ihr Lieben,
es ist endlich soweit! Ich habe meinen Reisebericht abgetippt und ich hoffe, dass ich euch damit nicht langweilen werde. Damit das nicht ein zu langer Post wird, habe ich den Bericht aufgeteilt. Heute berichte ich euch also von den ersten beiden Tagen, wobei der erste eigentlich nur für die Fahrt draufging. Nichtsdestotrotz wünsche ich euch viel Spaß bei meinem Bericht :)




Tag 1 - 15. August 2015
Weil ich eine kleine Aufschieberin bin, hatte ich am Abreisetag natürlich noch nicht gepackt. Aber da wir erst um 15:25 Uhr bei der Haltestelle des Fernbus' sein mussten, hatte ich ja noch genügend Zeit. Trotzdem war es mal wieder eine große Hürde (ich hasse packen!), weil ich am Liebsten meinen gesamten Kleiderschrank mitgenommen hätte. Ich hab mich dann aber für ein paar sommerliche Sachen entschieden, was ein Fehler war, wie sich später herausstellte. Wir hatten nämlich nur ca. 23°C in Paris, was zwar nicht kalt, aber auch nicht warm ist.
Das nächste Problem war, zu entscheiden, was ich auf der Fahrt anziehen sollte. Denn zuhause war es noch recht warm, weshalb ich keine dicke Jogginghose anziehen wollte, doch nachts im Bus mit Klimaanlage würde es bestimmt recht frisch werden.
Um viertel vor drei fuhr meine Mama mich und meine Freundin Jessi zum Busbahnhof und um 15:25 Uhr fuhren wir dann endlich los. Allerdings wurde die Vorfreude schon ein wenig getrübt, weil wir erst mit dem Fernbus fahren mussten, obwohl es eigentlich geplant war, dass das Reiseunternehmen und quasi von zuhause abholt. Leider hatten sie irgendwelche Probleme mit einem ausgefallenen Bus, weshalb sie alles ein bisschen umdisponieren mussten.
Im Fernbus kam dann die nächste schlechte Nachricht. Jessi und ich konnten nicht zusammensitzen, sondern mussten hintereinander sitzen. Was an sich nicht schlimm gewesen wäre, doch leider saß ich dadurch mitten in einer Dreiergruppe von Mädchen, die über den Gang und mich hinweg miteinander gesprochen haben. Und das leider in einer Lautstärke, die doch sehr nervig war. Besonders lustig war es, wenn sie sich minutenlang gegenseitig gerufen haben, die andere es aber nicht gehört hat, weil sie Kopfhörer aufhatte. Da sank meine Laune schon etwas. Und das sollte in dieser Nacht nicht besser werden!
Um 17:20 Uhr kamen wir am Stuttgarter Flughafen an, wo wir in den Bus unseres Reiseunternehmens umsteigen sollten. Dazu mussten wir aber leider fast schon eine halbe Weltreise hinter uns bringen und fast den kompletten Flughafen überqueren. Zumindest kam mir die Strecke so lang vor.
Dann ging es relativ schnell weiter, doch die Fahrt zog sich endlos lange hin, weil wir viele Pausen machen mussten, damit noch andere zu- bzw. umsteigen konnten, da es drei Busse gab. Einen Paris-Bus, einen London-Bus und einen Paris-London-Bus, in dem wir uns leider befanden. Was bedeutete, dass wir mitten in der Nacht umsteigen mussten.


Tag 2 - 16. August 2015
Und zwar um 1 Uhr in der Nacht. Und wie sich dabei herausstellte, war ich tatsächlich zu kühl angezogen. Denn mit Klimaanlage und dem Warten am Rasthof fror ich doch sehr. Und leider mussten wir zwei volle Stunden warten, weil unser Bus im Stau stand oder irgendein anderes Problem hatte. Ich weiß es nicht so genau, aber ehrlich gesagt, hat es mich auch nicht interessiert, weil ich einfach endlich weiterfahren wollte!
Das taten wir dann auch, aber leider wurden Jessi und ich wieder getrennt platziert und ich bekam den schlimmsten Platz überhaupt ab! Nämlich ganz hinten in der Mitte! Ich leide normalerweise ja überhaupt nicht ein Reiseübelkeit, aber der Platz hat dann leider irgendwie doch dafür gesorgt. Aber das war noch das geringste Übel, denn ich konnte meinen Gurt nicht finden. Viele schnallen sich in Reisebussen ja nicht an und ich gebe zu, ich mach das auch nicht immer. Aber bei einem Platz direkt am Gang, wo sich nichts vor mir befand, das mich auffangen konnte, war mir das doch etwas zu gefährlich. Zudem war mein Sitz kaputt; die Sitzfläche war lose und fiel einmal beinahe an, als ich mich setzen wollte. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug gewesen, sind meine Sitznachbarn (einer davon ein etwas stämmigerer Mann) beim Schlafen immer mal wieder auf mich draufgefallen.
An Schlaf für mich war also gar nicht zu denken und die Reise war zu dem Zeitpunkt für mich eigentlich schon gelaufen! Der Schlafmangel machte die Situation nur noch schlimmer und ich konnte die Gewitterwolke über mich quasi sehen.
Ein kleiner Lichtblick war der Moment, in dem wir das Programm bekamen und ich bemerkte, dass ein Ausflug ins Disneylang doch nicht so teuer war, wie ich angenommen hatte. Jessi war auch sofort Feuer & Flamme dafür, was bedeutete, dass wir am nächsten Tag ins Disneyland fahren würden.
Könnt ihr euch meine Gefühlswelt zu diesem Zeitpunkt ansatzweise vorstellen? Ich als absoluter Disney-Fan, der früher nichts anderes geschaut hat, der noch Disney-Kassetten besitzt, dessen Lieblingsfilm Disney's Mulan ist und dessen Traum es schon immer war, einmal ins Disneyland zu reisen, würde das nun tatsächlich tun! Es war einfach nur unglaublich!

Ungefähr um acht Uhr morgens kamen wir dann endlich in Paris an! Ich konnte es anfangs irgendwie noch gar nicht richtig realisieren. Weil wir so früh natürlich noch nicht ins Hotel konnten, wurde erst einmal eine kleine Stadtrundfahrt veranstaltet, von der ich durch meinen Mittelplatz natürlich extrem viel mitbekommen habe. Zum Glück wurde immer mal wieder gehalten, sodass ich doch ein paar der Sehenswürdigkeiten begutachten konnte.


Anschließend sind wir ins Hotel gefahren. Es war zwar kein 5 Sterne-Hotel und das Zimmer sah nicht ganz so schön aus wie auf den Fotos im Internet, aber es war okay und sauber. Und die Lobby war wirklich toll eingerichtet! (Leider habe ich davon keine Bilder gemacht) Im Hotel haben wir uns dann kurz ausgeruht und sind dann zur Metro gelaufen.
Der Weg war recht weit, obwohl sich die Wegbeschreibung gar nicht danach angehört hat. Die Umgebung unseres Hotels war...relativ leer. Es gab noch ein Hotel, einen Imbiss, eine Bäckerei, ein paar Wohnhäuser. Es sah alles ganz normal aus, bis wir einen hässlichen lila Turm hinaufsteigen mussten. Denn von der Brücke aus, die vom Turm zu einem anderen Gebäude führte, hatte man einen so tollen Ausblick, mit dem man niemals gerechnet hätte.
Einfach traumhaft schön, oder? Und von der anderen Seite des hässlichen Turms sieht man diese Hochhäuser einfach nicht. Uns hat bei diesem Anblick also sozusagen der Schlag getroffen, so überrascht waren wir!

Bei der Metro-Station war es dann ein wahres Drama die richtigen Karten zu finden. Selbst auf Deutsch haben wir es nicht ganz verstanden :D Und dann war es ein wahres Drama, weil wir nicht gecheckt haben, in welche Bahn wir steigen müssen...irgendwann ist uns dann ein Licht aufgegangen: Bei dieser Haltestelle hält nur eine einzige Bahn.
Wir sind also in die Innenstadt gefahren und dann erst mal zu McDonald's gegangen. Ja, ich weiß, sowas macht man im Urlaub nicht. Aber ich hatte unglaublichen Hunger, weil ich Intelligenzbestie außer ein paar Crackern nichts zum Essen für die Fahrt eingepackt hatte. Außerdem hatten wir noch ein bisschen Schiss, in ein Restaurant zu gehen, weil wir beide kein Französisch können.
Danach sind wir zur Notre Dame gegangen, die wirklich sehr beeindruckend ist! Leider standen ziemlich viele Leute an, weshalb wir nicht reingegangen sind. Stattdessen haben wir die Pariser Souvenirläden unsicher gemacht. Ich bin ja eigentlich nicht der Typ für Souvenir-Krimskrams, aber ein paar Sachen habe ich dann doch mitgenommen :)
Anschließend haben wir uns bei Starbucks eine kleine Pause gegönnt, wo ich meinen heißgeliebten Chai Latte getrunken habe. Ich liiiebe Chai Latte und der von Starbucks ist mit Abstand der beste. Ich habe zwar immer den Sweet India von Krüger zuhause, der auch echt lecker ist, aber leider habe ich noch keinen gefunden, der dem Chai Latte von Starbucks ähnelt.


Nach der Starbucks-Pause sind wir zu einem Quartier Latin-Rundgang aufgebrochen, den unser Reiseleiter veranstaltet hat. Dazu gab es - passend zu Frankreich - Wein, der mir leider viel zu trocken und bitter war, sodass ich ihn nicht trinken konnte.
Wir sind also ein bisschen durch dieses Viertel geschlendert, haben immer mal wieder Halt gemacht und der Reiseleiter hat uns Geschichten erzählt. Ein paar weiß ich noch; zum Beispiel die tragische Liebesgeschichte von Abelard & Heloise. Heloise' Onkel war im 12. Jahrhundert ein Domherr in Notre Dame und stellte Abelard als Hauslehrer für seine Nichte ein. Er hätte sich wohl nie erträumen lassen, dass sich zwischen Lehrer und Schülerin, die gute zwei Jahrzehnte trennte, eine Liebesgeschichte entstehen würde. Es passierte, was passieren musste. Heloise wurde schwanger, doch man nahm ihr das Kind nach der Geburt weg und steckte sie in ein Kloster. Währenddessen schickte ihr Onkel ein paar Männer zu Abelard, die ihn ein bisschen bedrohen sollten. Sie trieben es allerdings soweit, dass sie ihm sein bestes Stück abschnitten. Man sagt, Heloise habe ihr Kind und Abelard nie wieder gesehen, doch sie standen in regem Schriftverkehr. Diese Briefe existieren tatsächlich noch und zeugen von der großen Liebe, die die beiden füreinander gehegt hatten.
Vor der Notre Dame erzählte uns unser Reiseleiter von der Einweihung des Glockenturmes. Die Glocken haben nämlich so laut gehallt, dass die Türme durch die Schwingungen geschwankt haben und beinahe eingebrochen sind. Seit dem sind die Glocken mit zusätzlichen Metallplatten abgeschirmt.

Und als nächstes habe ich etwas für uns Buchliebhaber!
Das Bild ist leider ein bisschen unscharf. Sorry, dafür, aber man kann ja trotzdem lesen, was auf der Markise steht. Schon bevor ich losgefahren bin, wurde ich darauf hingewiesen, dass es in Paris eine ganz tolle Buchhandlung gibt. Und als uns unser Reiseleiter dort hin geführt hat, war ich ganz aus dem Häuschen :D Leider hatten wir nicht die Zeit, mal reinzuschauen.
Die Geschichte zu dieser Buchhandlung liegt schon weit zurück. Er entstand nämlich dank einer etwas wohlhabenderen Dame, die mittellose Studenten aufnahm und ihnen Unterkunft und Essen bot. Im Gegenzug mussten sie nicht dafür bezahlen, sondern nur ab und zu in der Buchhandlung aushelfen. Eine wirklich tolle Idee und eine bemerkenswerte Frau, wie ich finde!

Nach dem Rundgang sind wir dann zurück ins Hotel gegangen. Es war zwar erst 21 Uhr, aber wir waren einfach extrem müde. Auf dem Rückweg habe ich mir noch einen Schiken-Käse-Crepé mitgenommen und im Hotel bin ich dann recht schnell eingeschlafen.



So, das war der Bericht über die Fahrt und meinen ersten Tag in Paris. Zugegeben, der Start in den Urlaub hat nicht wirklich reibungslos geklappt und das nächste Mal würde ich wohl einfach mit der Bahn fahren, aber als wir dann endlich in Paris waren, war die unangenehme Anfahrt fast wieder vergessen :)

Der nächste Teil des Reiseberichtes kommt in einer Woche online ;)


Kommentare:

  1. Hallo liebe Kate! :)
    Ich finde die Hinfahrt immer ziemlich schrecklich. In deinem Fall war es auch nicht gerade toll, ich kann dich voll verstehen. Ich saß nämlich auch in einem Fernbus, wo ich ebenfalls von meiner Schwester getrennt sitzen musste und es war einfach unglaublich kalt.. - also das Fahren mit Büssen ist unglaublich unzuverlässig und auch anstrengend, wie ich finde. :o Aber das hört sich ja schon mal gut an, was ihr danach gemacht habt. Ich freue mich schon auf den Disneyland-Bericht, hehe *-*
    Ganz liebe Grüße, Denise :3

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    1. Hallöchen,
      nein, die Hinfahrt war leider überhaupt nicht toll! Normalerweise macht mir Busfahren überhaupt nichts aus, aber diesmal war's der Horror. Und kalt war mir auch! Was aber daran lag, dass der Busfahrer meinte 18°C im Bus wären völlig ausreichen....äh, naja.
      Dafür war der Tag in Paris dann wirklich toll. Das hat alles wieder ein bisschen gut gemacht :)

      Liebste Grüße ♥

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  2. Na da hast du ja wirklich rücksichtsvolle Sitznachbarinnen gehabt.
    Oh nein, wie bescheuert das es dann nachts nicht noch besser geworden ist >.< Da kann ich gut verstehen, dass du irgendwann keine Lust mehr hattest. Ich find das auch echt krass, dass man bei so einer langen Reise den mittleren Platz hinten belegt. Das ist echt mega gefährlich. Aber immerhin hattest du Beinfreiheit ;)

    Schaaaaaaade, dass ihr nicht in Shakespeare and Company gegangen seid, ich fand die facebook Bilder ja schon mega schön. Dein Eindruck hätte mich auf jeden Fall interessiert.

    Wenn ich so eine Reise machen würde, dann vermutlich auch mit der Bahn. Ich fahre nur ungefähr eine Stunde ins Ruhrgebiet und von irgendwo da fährt der Thalys. Ich weiß gar nicht mehr von wo genau, ich halte auf so vielen Bahnhofen immer :D

    Bin gespannt auf den nächsten Teil :)

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    1. Hallöchen :)
      Ja, für die Beinfreiheit war es ganz gut, aber ansonsten war es leider wirklich nervig. Vor allem, wenn ein Sitznachbar noch die Hälfte deines Sitzes mitbraucht :/ Das nächste Mal würde ich definitiv mit dem Zug fahren!

      Ich wollte auch unbedingt rein! Aber wir hatten sowieso so wenig Zeit und dann habe ich es leider vergessen :( Wäre bestimmt sehr interessant gewesen...

      Also bei uns fährt auch ein Zug nach Paris. Und nachdem ich jetzt schon einmal war, würde ich behaupten, dass ich das nochmal auch ohne Reiseleitung machen kann :D

      Liebste Grüße ♥

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