Rezension | Morgentau von Jennifer Wolf

21. September 2015 | |
impress | Reihe: Die Geschichte der Jahreszeiten (Band 1) | 272 Seiten
Taschenbuch | 4,99€

Klappentext
Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?
(Quelle: Carlsen)

Ich konnte Jennifer Wolf während einer Schreibnacht ein bisschen kennen lernen, und weil sie mir so sympathisch war, wollte ich ihr Buch unbedingt lesen.

Handlung & Umsetzung
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Man bekommt sofort einige Informationen und wird in das Leben auf der Erde in vielen, vielen Jahren eingeführt. Alles ist zerstört und nur ein kleiner Bereich ist für die Menschen bewohnbar. Gaia und ihre vier Söhne wollen die Erde heilen und damit die Jahreszeiten nicht vor Einsamkeit vergehen, bekommt einer von ihnen alle 100 Jahre eine Ehefrau für denselben Zeitraum.
Die Idee finde ich wirklich fantastisch und ich habe mir viel davon erhofft. Anfangs hatte ich etwas Angst, dass sich die Handlung genau so entwickelt wie man es erwartet, doch sie kann einen durchaus überraschen! Mit vielen unerwarteten Wendungen passiert oft etwas, mit dem man überhaupt nicht rechnen würde.
Leider ist der Aspekt von Maya zwischen den vier Männern nicht genug ausgebaut worden. Hier hätte es viel Potenzial für Handlungen der vier Jahreszeiten, um Maya für sich zu gewinnen, gegeben. Doch leider wird das nur nebenbei erwähnt. So werden die unterschiedlichen Welten von Gaia und ihren Söhnen nicht besonders gut beschrieben und ausgebaut.
Die Zeit von Mayas Ernennung zur Auserwählten und ihrer Entscheidung ist im Buch viel kürzer gewesen, als ich es erwartet hätte. Dafür wird die Zeit danach sehr ausgebaut und steckt voller Abenteuer und Emotionen. Vor allem das Ende hat mich sehr aufgewühlt und auch wenn ich eigentlich der Typ für ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende bin, hat mir das Ende bei Morgentau gut gefallen und fügt sich perfekt in den Rest der Geschichte ein.

Charaktere
In Morgentau erscheinen viele unterschiedliche Charaktere, die ich alle gerne mochte. Allerdings erschienen mir vor allem Maya und die Jahreszeiten jünger als sie eigentlich waren.
Maya hat als Auserwählte der Jahreszeiten eine große Last zu tragen, die sie recht gut meistert. Sie steht zwischen vier Männern und ist damit völlig überfordert, weil sie ausschließlich unter Frauen aufgewachsen ist. Dennoch sind ihre Entscheidungen und Handlungen oft unbedacht, wo man sich als Leser oft mal denkt: Mädchen, denk doch nach!
Gaia, die Göttin der Natur, wird als selbstbewusste, außergewöhnliche Frau dargestellt. Allerdings hat sie nicht die majestätische und göttliche Ausstrahlung, die man von ihr erwartet. Auch wirkt sie im Umgang mit den Jahreszeiten nicht wie eine Mutter.
Die Jahreszeiten selbst sind mir wie schon geschrieben jünger vorgekommen, als sie wirklich sind. Vor allem bei Sol, dem Sommer, ist mir das aufgefallen. Er ist mit seiner lässigen, selbstbewussten Art und dem Sunnyboy-Image die beliebteste Jahreszeit unter den Auserwählten. Er wirkt oftmals etwas kindisch und ist eher unbeholfen, was die Gefühle anderer betrifft.
Jesien, der Herbst, ist mir von Anfang an sympathisch. Er verkörpert dieses heimische, das es einem leicht macht, sich in seiner Nähe wohl zu fühlen und ihn als guten Freund zu sehen.
Nevis, der Winter, ist genauso eisig und kalt wie seine Jahreszeit, weshalb sich wohl auch noch nie eine Auserwählte für ihn entschieden hat. Er verbirgt viel hinter seiner harten Schale aus Eis und versteckt all seine Emotionen.
Aviv, der Frühling, ist eher unauffällig. Er ist ein charmanter, netter Mann, aber steht meiner Meinung nach völlig in Sols Schatten.

Schreibstil
Der Schreibstil war locker und leicht, sodass das Buch gut zu lesen war. Nur hier und da haben ein paar Beschreibungen der Welten gefehlt. Weniger Zeitsprünge wären ebenfalls schön gewesen, um die Jahreszeiten besser kennen lernen zu können. So hat man nur von einigen von ihnen einen recht guten Eindruck, von anderen wiederum gar nicht.
Obwohl viel Romantik vorkam und es teilweise auch kitschig war, ist bei mir der Funke leider nicht immer übergesprungen. Erst gegen Ende habe ich das Kribbeln, das Liebe in Büchern bei mir auslöst, verspürt.


Ein tolles Buch mit einer fantastischen, wunderschönen Idee, das mich zum Schluss gar nicht mehr losgelassen und völlig aufgewühlt hat. Mit viel Abenteuer und großen Emotionen reißt es einen mit.







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