Rezension | Der Winter der schwarzen Rosen von Nina Blazon

26. Oktober 2015 | |
cbt | 544 Seiten
Hardcover | 16,99€

Inhalt
Liljann und Tajann sind Zwillingsschwestern, die nicht unterschiedicher sein könnten. Die mutige und selbstbewusste Zweitgeborene, Tajann, kann es nicht abwarten, bis ihr Vater ihre Schwester endlich fortschickt, wie es sich für Erstgeborene gehört, damit sie frei sein und zur Zitadelle der herrschenden Lady aufbrechen kann. Sie fühlt sich eingesperrt und sieht ihr Leben verschwendet an ihr vorbeiziehen. Aus diesem Grund lässt sich sich auf einen Pakt mit einem Söldner ein, der ihre Schwester ins gefährliche Grauland führen und sie dort beschützen kann.
Liljann ahnt nichts von diesem Verrat und viel schlimmer: Sie ahnt nichts von den dunklen Gedanken des Mannes, den sie geheiratet hat, um sich und ihren Vater zu schützen.

Ich liebe die Bücher von Nina Blazon, die ich bisher gelesen habe, und deshalb konnte ich an diesem Schätzchen einfach nicht vorbeigehen. Zudem sieht es auch noch absolut zauberhaft aus.


Jede Bewegung weckt in mir eine neue Blume aus blauer Glut,
die aufblüht und vergeht.
                                                 - Seite 224

Handlung & Umsetzung
Der Einstieg erschien mir ungewöhnlich für Nina Blazon, kam mir gleichzeitig aber auch wohlbekannt vor. Man wird sofort in eine fantastische, aber genauso verwirrende Welt entführt, die Nina Blazon so hervorragend erschaffen kann. Das Buch bietet schon da jede Menge Potenzial und viel Spannung.
Man wird in Liljann und Tajanns Gefühlswelt hineingeführt und merkt gleich, dass die Zwillinge nicht unterschiedlicher sein könnten. Tajann, die ehrgeizige Jägerin, hat nur ein Ziel und würde dafür alles riskieren. So finden sich die Schwestern mit ihrem Vater in der Zitadelle wieder, wo ihnen viele fremde Charaktere begegnen.
Immer wieder schleichen sich kleine Andeutungen ein, die dem Leser ein ungutes Gefühl geben und ihn nur darauf warten lassen, dass irgendetwas schlimmes passiert und alles schlecht ausgehen wird, Das treibt die Spannung in ungeahnte Höhen. Als Leser weiß man schnell nicht mehr, wem Tajann und Liljann trauen sollten und wem nicht. Jeder Charakter hat etwas an sich, das böse Absichten erahnen lässt - ob sie wirklich da sind oder nicht.
Die Spannung ist im gesamten Buch wie ein Meer im Sturm mit hohen Wellen. Mal ist sie so nah, dass es kaum auszuhalten ist, und mal plätschert sie nur dahin, ist aber dennoch anwesend.

Charaktere
Zu Beginn stehen die Zwillingsschwestern im Vordergrund. Liljann, das schüchterne Mädchen, das an den Aberglauben der Wildländer glaubt und vor jedem verbergen muss, dass sie über magische Fähigkeiten verfügt, als Erstgeborene. Und Tajann, die wilde Jägerin, die ihre Gedanken immer laut ausspricht und sich nichts sagen lässt, als Zweitgeborene. Zwei unterschiedliche Charaktere, die in Kombination sehr spannend wirken. Doch schon von Anfang an merkt man, dass sich die Schwestern nicht immer sehr nahe stehen und durch Tajanns Skrupellosigkeit beim Planen, wie sie ihre Schwester "loswerden" und ihre Freiheit erhalten kann, erschien sie mir schnell unsympathisch. Liljann hat sich dafür immer mehr in mein Herz geschlichen.
Beide werden im Buch als sechzehnjährige Mädchen beschrieben, erscheinen mir aber doch etwas älter, weshalb ich sie nicht mit dem Bild zweier Teenager vereinbaren kann.
Nach und nach kommen weitere Charaktere dazu, wie zum Beispiel die furchtlose Lady, die oft mehr von ihrer kaltherzigen Seite als der sanften zeigt. Oder der bärige Volok, ein Söldner, dem es Liljann angetan hat, der mir anfangs sehr sympathisch war und den ich eigentlich schon heimlich in mein Herz geschlossen hatte, bis sich eine schlechte Vorahnung in mir entwickelt hat.
So auch bei Naveen, der erst später seinen Auftritt hat und wie ein netter Junge wirkt, der Liljann vor einer Hirschherde rettet. Auch er wirkt sympathisch und vertrauenswürdig. Doch auch bei ihm gibt es Momente, in denen man sich als Leser nicht sicher ist, ob er nur gute Absichten hat.

Schreibstil
Das gesamte Buch wirkt irgendwie dunkel und mysteriös, was der Handlung aber ihren ganz eigenen Charme gibt, den ich so von Nina Blazon liebe. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der verzaubert. Besonders schön fand ich die Beschreibung der Liebesnacht zwischen Tajann und ihrem Firan. Sie war nicht nur schön, sondern auch poetisch und mitreißend.
Was mir an Nina Blazons Büchern besonders gut gefällt, sind die Kleinigkeiten, die all ihre Romane miteinander verbinden. Zum Beispiel die herrschende Lady zieht sich durch jedes Buch und ein Schachbrettmantel taucht hin und wieder auf. Besonders zu Faunblut sind mir in diesem Buch Parallelen aufgefallen. Durch diese Parallelen zu den anderen Büchern war das Ende auch etwas vorhersehbar, was dem Buch aber keinen Abbruch tut.
Nicht so gut gefallen haben mir die ständigen Sichtwechsel zwischen Tajann und Liljann. Sie sind zwar notwendig für die Handlung und deren Fortlauf, aber sie haben mich doch etwas gestört. Zu dem wirken die Gespräche manchmal etwas gestellt und unecht.


Wer noch kein Buch von Nina Blazon gelesen hat, sollte das ohnehin nachholen. Mit Der Winter der schwarzen Rosen wäre ein guter Anfang gewählt, der viel Fantasy, Spannung und Gefühle bietet. Wer besondere und einmalige fantastische Welten sucht, der sollte dieses Buch erforschen.





Rezensionen anderer Blogger



Kommentare:

  1. Huhu Kate,
    zu diesem Buch habe ich schon eine wundervolle Rezi bei Hibi gelesen. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen. Nach den Rezensionen von Hibi und dir, die beide wirklich neugierig auf das Buch machen, denke ich, dass das dringendst mal nachgeholt werden muss.
    Vielen Dank dafür. :o)
    Liebe Grüße Tanja

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    1. Hallöchen,
      das muss es unbedingt! Ich weiß, dass ich manchmal übertrieben schwärmen kann, aber Nina Blazon ist wirklich fantastisch. Und sie schreibt so eine ganz andere Art von Fantasy, die ich bisher von einem anderen Autor gelesen habe. Es ist auf jeden Fall ein Leseerlebnis!

      Liebste Grüße ♥

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  2. so, ich musste jetzt doch noch mal hier vorbei schauen, da wir uns ja schon drüber unterhalten hatten^^
    Sehr schöne Rezi, klingt echt sehr vielversprechend.
    Besonders, dass sich die Figuren alle nicht in die Karten schauen lassen und man nicht weiß, ob sie gut oder böse sind mag ich ja immer sehr gerne bei Büchern. Ich glaube das Buch wird sehr schnell von seinem SuB-Darsein befreit :)

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Ach du, das stört mich gar nicht :D
      Das freut mich, danke ♥ Also bei diesem Buch darfst du viel rätseln :D Außer du durchschaust es von Anfang an, aber das glaube ich nicht, weil es so verstrickt ist und einfach toll :)

      Liebste Grüße ♥

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