Rezension | la pasión - Dunkle Begierde von Leona Ravens

14. Oktober 2015 | |
Selfpublishing | 272 Seiten
eBook | 2,99€

Klappentext
Ángel ist anders als andere Männer. Er sieht besser aus, hat mehr Geld und mehr Einfluss. Dass er sich für die unscheinbare Studentin Katie interessiert, scheint fast ein Wunder. Oder doch nicht? Als Katie hinter den wahren Grund seiner Zuneigung kommt, ist es längst zu spät. Sie ist bereits so tief in die dunklen Machenschaften Barcelonas Unterwelt verwickelt, dass es kein Zurück mehr gibt. Keines, das sie nicht mit ihrem Leben bezahlen würde. La pasión - Dunkle Begierde nimmt den Leser mit auf eine aufregende Reise in Barcelonas Unterwelt und enthält jede Menge Spannung, Gefühl, düstere Geheimnisse und einen wohldosierten Hauch Erotik.

Schon bei der Darina-Dilogie der Autorin war ich bei der Leserunde dabei. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich auch diesmal wieder dabei sein durfte. Hier noch einmal ein dickes Dankeschön!

Handlung & Umsetzung
Das war mein erster Erotik-Thriller, wobei der Thriller-Anteil hier definitiv höher war. Dementsprechend neugierig war ich natürlich auf la pasión und ich habe gemerkt, dass Thriller durchaus etwas für mich wären.
Das Buch fängt direkt mitten im Geschehen an. So liest man im Prolog wie eine Frau ermordet und ihr lebloser Körper einfach zurückgelassen wird. Dieser äußerst spannende Einstieg hat mir sehr gut gefallen, doch diese Spannung lässt dann leider etwas nach. Denn die nächsten Kapitel beschreiben den harmlosen Alltag der Protagonistin, deren größte Sorge es ist, dass sie am Flughafen den falschen Koffer mitgenommen hat – nämlich leider den, der toten Frau vom Prolog – und sich keiner meldet, um die Gepäckstücke wieder auszutauschen.
Diese Alltagssituationen werden immer wieder durch kurze Kapitel unterbrochen, in denen man den dunklen Ángel zu dubiosen Geschäftsterminen begleitet, bei denen schnell klar wird, dass er nicht nur mit legalen Mitteln arbeitet.
Als die Protagonistin Katie und Ángel dann aufeinander treffen, befürchtet man als Leser schon das schlimmste, doch anfangs entwickelt sich alles wie eine gewöhnliche, durchaus romantische Liebesgeschichte – wären da nicht immer wieder diese Einschnitte von Àngel in düsteren Gesprächen mit zwielichtigen Männern und ahnungslosen Prostituierten.
Als dann der erste spannende Thriller-Moment kam, war ich neugierig, aufgeregt und gespannt. Doch leider entpuppte er sich nicht ganz als das, was ich erwartet hatte. Die Brutalität darin wurde nur angedeutet und mit einem Sprung zu einem anderen Ort und anderen Charakteren beendet. Obwohl mir die Stelle nicht ausführlich und brutal genug war, habe ich durch sie gemerkt, dass mir Thriller doch recht liegen.
Man fiebert die ganze Zeit sehr mit Katie mit und fragt sich, wann sie endlich hinter Ángels Fassade blickt, doch dann taucht noch ein anderer Mitspieler, Miguel, auf, bei dem ich bis zum Schluss nicht wusste, ob er einer der Guten oder einer der Bösen ist. Man durchläuft dabei ein Wechselbad der Gefühle und ist sich als Leser nicht mehr sicher, wem man glauben soll und wem nicht.
Das Ende war mir persönlich dann leider etwas zu offen. Ich hatte noch viele Fragen, wie es weitergeht, was mit einigen Charakteren passiert ist. Aber obwohl ich nichts schlimmer als offene Enden finde, hat dieses gut zum Buch gepasst und dem ganzen doch einen runden Abschluss gegeben.

Charaktere
Die Protagonistin Katie ist eine eher ruhige und brave Frau, die am liebsten in unauffälligen sportlichen Klamotten herumläuft und ihr Studium sehr ernst nimmt. Aber durch Ángels Einfluss wird sie allerdings immer mutiger und auch etwas verruchter. Sie traut sich Sachen, die sie sich vorher nicht getraut hat, und wächst ein bisschen über sich hinaus. Erst bei einem Gespräch mit ihrer Mitbewohnerin wird dem Leser aber klar, wie weitreichend ihre Veränderungen sind, da diese Katie überhaupt nicht wiedererkennt. Anfangs war mir Katie noch sehr fern und ich konnte sie überhaupt nicht einschätzen, und auch später fand ich sie oft etwas zu blauäugig, weshalb ich mich nicht ganz mit ihr anfreunden konnte.
Von dem männlichen Protagonisten Ángel konnte man anfangs überhaupt keinen Eindruck gewinnen. Er war sozusagen der Unbekannte in Schwarz, der immer wieder in fragwürdigen Szenen beschreiben wurde. Irgendwann war es aber sogar so weit, dass ich ihn – besonders im Umgang mit Katie – sehr mochte und überhaupt nicht mehr mit dem Ángel vom Anfang in Einklang bringen konnte. Er legt eine Vielfältigkeit an den Tag, die es mir schwer gemacht hat, ihn zu durchschauen.

Schreibstil
Der Einstieg ist mir wegen des Schreibstils etwas schwer gefallen, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass ich durch die Darina-Dilogie von der Autorin anderes gewohnt war. Als ich mich daran gewöhnt hatte, hat sich der Text gut und leicht lesen lassen. Nur hin und wieder sind Begriffe gefallen, bei denen ich etwas stutzen musste, weil sie nicht perfekt zur Stimmung des Buches gepasst haben.
Abgesehen davon finde ich die kurzen Kapitel sehr gut. Sie eignen sich perfekt dafür, mal kurz ein bisschen zwischen Erledigungen zu lesen.



Für meinen ersten Erotik-Thriller hat mir das Buch recht gut gefallen, auch wenn mir der Thriller-Aspekt teilweise doch noch etwas zu kurz gekommen ist. Trotzdem war es unterhaltend und ich werde die Autorin auf jeden Fall weiter im Auge behalten!



Weitere Bücher der Autorin

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