Abgebrochen | Vergeben & Vergessen von Aurelia Velten

7. Dezember 2015 | |
Hippomente Publishing e.K. | Reihe: Boston Berserks (Band 1)
502 Seiten | eBook | 2,99€

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Klappentext
Grace Goodwill hat die Nase wirklich voll von arroganten Models und hysterischen Fotografen. Als der Profi-Basketball-Spieler Trent Hastings für die Modezeitschrift posieren soll, auf deren Gehaltsliste Gracie steht, macht er ihr das Leben zur Hölle - und er scheint auch noch einen riesigen Spaß dabei zu haben! 
Je bissiger Gracie jedoch wird, umso mehr reizt es Trent, den feurigen Rotschopf zu triezen - schließlich wird er nicht umsonst durch Sportmoderatoren und Fans als "der Wahnsinnige" betitelt ... Für seinen düsteren, von der Vergangenheit geprägten Alltag ist sie genau die richtige Ablenkung. Also verfolgt er seinen Plan unerbittlich, auch wenn er dabei das Risiko eingeht, sich die Finger zu verbrennen… 









Handlung & Umsetzung
Die Idee von Vergeben & Vergessen klang anfangs sehr vielversprechend. Auf der einen Seite der Sportler, auf der anderen die Angestellte eines Modemagazins, die einen Aufstieg anstrebt. Wir haben also die klassischen Figuren einer Liebesgeschichte: ehrgeizige Frau, rüpelhafter Mann.
Eigentlich eine Kombination, die mir sehr gut gefällt, aber leider haben die restlichen Umstände für mich gar nicht gepasst. Es fängt damit an, dass die Umstände des männlichen Protagonisten Trent sehr klischeehaft sind. Er ist so reich, dass er alles haben kann und einfach nur vom Leben gelangweilt. Das habe ich einfach schon zu häufig gelesen und deshalb hat es seinen Reiz verloren.
Mit den Gedanken der Protagonistin ging es dann weiter, denn aus denen bin ich überhaupt nicht schlüssig geworden. Es wirkte die ganze Zeit so, als würde sie Trent schon ewig kennen, obwohl dem nicht so ist. Ganz im Gegenteil!
Das Fotoshooting, um das sich die Handlung anfangs dreht, ist vollkommen vorhersehbar und so unrealistisch, dass man schon wieder darüber lachen könnte, was das Buch nicht unbedingt besser macht!
Die Wendung der Gefühle der Protagonisten ging mir ebenfalls zu schnell, denn plötzlich schien Grace viel mehr für Trent zu sein als nur die Shooting-Kollegin und das war auch nicht ganz stimmig.

Charaktere
Wie schon gesagt waren die Charaktere sehr klischeebeladen und das fing sogar schon beim Aussehen an. Zugegeben Trent ist mit seinen bunten Tattoos nicht unbedingt der 0815-Protagonist eines Liebesromans, aber durch seinen dunklen Typ, den dunklen Haaren und dem ruppigen Aussehen, das so unglaublich sexy ist, holt er die Klischees wieder klar auf seine Seite. Und auch Grace ist mit ihrer geringen Größe und der roten Haarfarbe eine Protagonistin, die mir äußerlich nicht unbekannt ist.
Bei Trent wirkt es fast so, als hätte die Autorin in eine Klischee-Kiste gegriffen und alles rausgeholt, was nur ging. So ist er Sportler, war bei der Armee und hat dadurch eine posttraumatische Belastungsstörung, aus der Grace ihm (welch ein Wunder!) helfen kann.

Schreibstil
Im ersten Kapitel war ich noch absolut angetan vom Schreibstil. Er hat mir so gut gefallen, dass ich mich richtig auf das Lesen gefreut habe. Aber leider wurde ich im zweiten Kapitel dann bitterlich enttäuscht, denn da hat der Schreibstil radikal nachgelassen.
So machen sich die Personen unnötig viele Gedanken, die zu dem absolut langweilig und für die Handlung irrelevant sind. Ein kleines Beispiel: Das Fotoshooting findet auf dem Dach eines Hochhauses statt und Grace findet die Aussicht absolut fantastisch. Aber plötzlich drehen sich ihre Gedanken darum, dass Hochhausdächer meist abgesperrt sind und ob das womöglich ans Selbstmordgefährdeten liegt. Gedankengänge dieser Art kommen leider häufiger vor und ich finde sie beim Lesen einfach nur störend.
Zu dem werden viele Informationen immer wieder wiederholt und Dinge erklärt, die so offensichtlich sind, dass es einem einfach nur auf die Nerven geht.



Ich habe ca. 30% dieses eBooks gelesen und dann ein bisschen geblättert - in der Hoffnung, dass es mich doch noch mitreißen würde. Hat es aber leider nicht.
Wegen dem schrecklichen Schreibstil, den klischeehaften Charakteren, die einem schon aus hundert anderen Büchern bekannt sind, und der nicht unbedingt realistischen und spannenden Handlung habe ich mich dazu entschlossen, dieses Buch abzubrechen.



Kommentare:

  1. Hallo Kate, :)
    wenn einem ein Buch so überhaupt nicht gefällt - und man das schon am Anfang merkt - dann ist es sicherlich sinnvoll, das Buch abzubrechen, bevor man gar keine Lust mehr aufs Lesen hat. Deine Gründe, warum du es abgebrochen hast, kann ich auch nachvollziehen. Manchmal sind Klischees ganz gut, aber meistens nerven sie doch nur. Und wenn man das alles schon zig Mal gelesen hat, wird es auch nicht besser.

    Liebe Grüße,
    Marina

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    1. Hallöchen,
      sehe ich auch so! Vor meinem Blog habe ich mir sehr schwer damit getan, ein Buch abzubrechen, aber es bringt ja auch nichts, sich durchzuquälen :)
      Ja, ich finde Klischees normalerweise auch völlig in Ordnung, aber wirklich alle bekannten in einem Buch...das ist dann doch etwas zu viel.

      Liebste Grüße ♥

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  2. Hi Kate!

    Ähm ... nach 30% kam noch gar nicht raus, dass Trent die Posttraumatische Belastungsstörung hat und auch Grace hilft ihm nicht dabei, es zu überwinden, sondern geht er zum Psychiater. Ein Buch zu überfliegen, ist vielleicht nicht der richtige Weg, dann eine Rezension zu verfassen?

    Mir hat sogar gerade gefallen, dass die Protagonisten NICHT Klischees waren. Endlich mal eine normale Frau (keine Bohnenstange mit ewig langen Beinen, sondern ungeschminkt, klein, normale Figur) und Trent hat zwar Tattoos ist aber doch Familienmensch.

    Mir hat das Buch super gefallen! Jedem das Seine eben :-)

    Liebe Grüße,
    Rosebud

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    1. Nun, da hast du natürlich recht. Aber ich glaube, eine Abgebrochen-Rezension zeigt an dem "Abgebrochen" schon, dass man es vielleicht nicht wie eine vollwertige Rezension sehen kann. Dennoch wollte ich meine Meinung zu dem Buch kundtun und erklären, warum ich es abgebrochen habe. Überflogen habe ich es dann nur, weil ich gehofft habe, dass mir das Buch vielleicht noch ein bisschen besser gefallen würde. Hat es aber leider nicht.
      Ich fände es falsch, nur über Bücher Rezensionen zu schreiben, die mir gefallen haben und die anderen unter den Teppich zu kehren.

      Dann lesen wir sonst wohl unterschiedliche Bücher. Denn die Liebesromane, die ich häufig lese, handeln oft von Frauen, die eben unscheinbar wirken, nicht als Topmodel gelten. Und Trent hat auch genau in das mir bekannte Schema gepasst.

      Aber das ist ja das gute an Büchern :) Es gibt immer Leute, denen sie gefallen. Geschmäcker sind so unterschiedlich, dass es einfach immer unterschiedliche Meinungen zu bestimmten Dingen geben wird :)

      Danke für deinen Kommentar & liebe Grüße ♥

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