NaNoWriMo 2015 | Fazit

2. Dezember 2015 | |

Hallöchen ihr Lieben,
es ist Dezember und damit ist der NaNoWriMo 2015 offiziell vorbei!
Und was soll ich sagen? Ich bin erleichtert! Wirklich extrem erleichtert. Man könnte sogar sagen, dass mir ein Stein vom Herzen gefallen ist. Ihr fragt euch warum? Das kann und werde ich euch gerne erzählen, denn es gibt so einiges, das ich in diesem November gelernt habe und ich habe Erfahrungen gemacht, die ich gerade fürs Schreiben nicht missen möchte.


Ja, ich habe den NaNo gewonnen!

Ich habe am letzten Tag noch die 50.000 Wörter geknackt und es war ein...betäubendes Gefühl. Ich konnte es irgendwie gar nicht so richtig realisieren, kann ich wohl immer noch nicht. Alle machen so ein mega Ding daraus in einem Monat so viele Wörter zu schreiben. Und natürlich ist es das! Auch für mich, das will ich überhaupt nicht abstreiten.
Aber für mich fühlt es sich nicht so groß an. Ich habe nicht das Gefühl, eine besondere Leistung vollbracht zu haben. Ich bin kein anderer Mensch und auch mein Schreibstil hat sich nicht geändert.
Aber ich bin trotzdem stolz auf mich. Weil ich es wirklich durchgezogen habe, konsequent war und viel daraus gelernt habe und denke, dass ich meinen Schreiballtag jetzt besser organisieren kann. Das hoffe ich zumindest.


Und damit meine Erfahrungen nicht ganz sinnlos für euch sind, habe ich sie in (hoffentlich) hilfreichen kleinen Tipps verpackt, die euch dabei helfen sollen, euren Schreialltag zu bewältigen oder an den nächsten NaNo gut vorbereitet heranzugehen.

    1. Das Projekt vorbereiten.
      Und damit meine ich nicht, dass es ausreicht, sich einfach nur Gedanken über sein Projekt zu machen. Um im NaNo wirklich lückenlos schreiben und die 50k schaffen zu können, müsst ihr euren Plot vorher gut durchdacht und am besten schon alle Steckbriefe angelegt haben.
      Denn es hält einen unheimlich auf, wenn man bei einer Szene nicht weiterweiß oder sich erst überlegen muss, welche Haarfarbe die Nebenfigur denn jetzt haben soll.

    2. Nicht übermütig werden.
      Mir hat es gar nicht gut getan, in der ersten Woche schon 20.000 Wörter zu schreiben. Klar, ist es toll, wenn man einen Puffer hat und sich nicht immer so stressen muss, aber es ist auch enttäuschend, wenn man in der zweiten Woche nicht mal annähernd so viel schafft. Und mich hat das leider sehr demotiviert!
      Deshalb bin ich in der zweiten Woche leider auch in so ein kleines Loch gefallen, sodass ich ein paar Tage nichts geschrieben habe. Natürlich muss das jeder für sich selbst wissen, und wie man das am besten handhaben soll, kann man wahrscheinlich nur herausfinden, wenn man es selbst einmal versucht, aber mir hat der Puffer leider eher schlecht getan, als dass er mir eine wirkliche Hilfe war.

    3. Einen Platzhalter überlegen.
      Diesen Tipp habe ich mir bei Life in Petricolour abgeschaut. Erst musste ich etwas darüber lachen, aber mittlerweile finde ich die Idee wirklich gut und nutze sie selbst auch recht oft!
      Dabei geht es eigentlich nur darum, dass man sich ein Wort überlegt, dass mit der größten Unwahrscheinlichkeit in eurem Projekt vorkommt. Und dieses Wort setzt ihr dann immer ein, wenn euch zum Beispiel bei einer Beschreibung nicht das richtige Adjektiv einfällt oder wenn ihr den Namen einer unwichtigen Nebenfigur vergessen habt. Ihr könnt euren Platzhalter für alles einsetzen und später mit Strg + F euer Dokument nach dem Wort durchsuchen und es ersetzen.
      Es spart wirklich unheimlich viel Zeit, weil man nicht ewig überlegt, welches Wort man denn jetzt einsetzen soll und man nach dem NaNo genügend Zeit dafür hat. Mein Wort ist auch das von Life in Petricolour nämlich Elefant, denn der kommt bei mir mit Sicherheit nicht vor.

    4. Nicht stressen lassen.
      Wieder einmal musste ich feststellen, dass ich unter Druck nicht so gut arbeiten kann. Bei Referaten oder anderem Schul- bzw. Unikram ist das vielleicht so, aber beim Schreiben klappt das einfach überhaupt nicht. Ich fühle mich dadurch einfach nur gestresst und das nimmt mir so ein bisschen den Spaß am Schreiben.
      Natürlich möchte ich auch weiterhin ein zügiges Tempo an den Tag legen, aber einzig der Gedanke, dass ich täglich 1.700 Wörter schreiben muss, hat mich extrem demotiviert.
      Deshalb: Lasst euch nicht stressen! Der November ist nur ein Monat und der NaNo nur eine Aktion. Wenn ihr die 50k Wörter nicht schafft, dann ist das nun mal so. Davon geht die Welt nicht unter und deshalb seid ihr vor allem keine schlechteren Autoren als andere. Das sagt nämlich überhaupt nichts aus!

    5. Kein Platz für Selbstzweifel.
      Ich dachte eigentlich, dass ich aus der Selbstzweifel-Phase, was mein Projekt betrifft, schon längst rausbin, aber siehe da: Die NaNo-Magie hat auch die wieder zurückgeholt!
      In der dritten NaNo-Woche war es bei mir soweit. Selbstzweifel nagten an mir und zwar so schlimm, dass ich nicht an dem Projekt weiterschreiben wollte. Ich hätte es sogar am liebsten zerrissen, so schlimm war es und so schrecklich fand ich die ganze Idee. Ich hätte wirklich am liebsten aufgegeben.
      Aber das darf man nicht zulassen! Lasst euch nie von Zweifeln steuern, denn die wollen euch nur niedermachen und das sollten sie gar nicht können, weil eure Ideen toll sind und weil ihr daran glaubt. Gerade das aktuelle Projekt ist sowas wie mein Baby. Und auch wenn ich weiß, wie schräg sich das für andere anhört, ist es einfach wahr. HC war die erste Geschichte, die ich komplett aufgeschrieben habe und deshalb bedeutet sie mir so unglaublich viel. Und deshalb muss sie einfach gut sein.
      Und es ist egal, ob andere das so sehen. Die Hauptsache ist, dass ihr euer Projekt gut findet. Also lasst euch nicht von Gedanken wie "Das ist so langweilig!" oder "Niemand wird es mögen." beirren, denn es ist nicht langweilig und es wird immer jemanden geben, der es mögen wird!

    6. Ablenkung vermeiden.
      Diese Erfahrung musste ich leider schmerzlich machen. Denn in der zweiten NaNo-Woche habe ich den Schreibnacht-Chat entdeckt und da ist leider so gut wie immer was los. Und dadurch kommt man so gut wie gar nicht mehr zum Schreiben.
      Die einzige Zeit, in denen im Chat nichts los ist, ist früh morgens. Was an sich perfekt für mich gewesen wäre, weil ich morgens noch am besten motiviert bin, aber durch den Chat bin ich leider immer recht lange aufgeblieben und habe deshalb fast immer den Morgen verschlafen oder war so müde, dass an Schreiben auch nicht wirklich zu denken war. (Oder die Sucht war so stark, dass ich die Zeit damit verbracht habe, darauf zu warten, dass endlich jemand im Chat auftaucht. Aber nein...das wäre ja verrückt!)

    7. Nervennahrung bereitstellen.
      Das ist gerade bei Punkt 5 sehr hilfreich, aber auch bei einer Schreibblockade, von der man leider auch im NaNo nicht immer verschont wird.
      Mein genereller Tipp bei Schreibblockaden? Eine Pause gönnen und zum Beispiel etwas lesen. Danach geht das Schreiben wieder leichter von der Hand. Weil dazu im NaNo aber nicht unbedingt die Zeit ist, einfach weiterschreiben. Irgendwann flutscht es wieder.
      Und ein bisschen Schokolade oder ein paar Kekse können wahre Wunder wirken ;)

Abschließendes Fazit


Abschließend war der NaNo für mich eine tolle Erfahrung. Es war stressig, ich hatte am Schluss keine Lust mehr und war erleichtert, als endlich Dezember war, aber ich habe auch viel daraus gelernt.
Ich habe gelernt, dass ich disziplinierter Schreiben muss, mir Pläne machen muss, aber trotzdem realistisch mit meinen Zielen bleiben sollte. Ich habe gelernt, dass Druck gut sein kann, zu viel Druck aber auch schlecht. Und ich habe gelernt, dass ich viel auf einmal schreiben kann, wenn ich will.
Ich werde wohl wieder beim NaNoWriMo mitmachen, aber nächstes Jahr wohl etwas anders an die Sache rangehen. Und vor allem dann hoffentlich schon an meinem nächsten Herzensprojekt arbeiten. ♥




Ich möchte mich noch einmal für euer Verständnis bedanken und mich dafür entschuldigen, dass der Blog diesen Monat sehr mit Schreibzeug überflutet wurde.
Das wird sich in Zukunft wohl nicht ganz vermeiden lassen, weil ich nun einmal gerne über das Schreiben plaudere, und deshalb hoffe ich einfach, dass ihr das nicht ganz so langweilig findet und es euch vielleicht sogar interessiert.
Trotzdem soll es natürlich wieder etwas buchiger weitergehen und ich hoffe, dass ich diesen Monat endlich mal wieder so richtig zum Lesen komme!

Abgesehen davon habe ich aber auch große Pläne, denn - Überraschung! - mein Design gefällt mir mal wieder nicht so dolle. Das heißt, ich werde in den nächsten Tagen ein wenig basteln und dann wird das Ergebnis nicht nur mir, sondern hoffentlich auch euch gefallen. Aber dazu dann zu einem späteren Zeitpunkt mehr.
Ich freue mich jedenfalls, dass ich nun keinen Zementbrocken mehr auf meinen Schultern spüre und mich euch wieder mehr widmen kann :)


Liebste Grüße,
Kate

Kommentare:

  1. Hallo Kate, :)
    erst mal Glückwunsch zum gewonnen NaNoWriMo. :) Das ist echt eine klasse Leistung. :) Und wenn du dabei noch was gelernt hast, ist das ja noch besser. :)
    Danke fürs Teilen der Tipps. :) Und ich habe auch nichts gegen Posts übers Schreiben. :)

    Liebe Grüße,
    Marina

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    1. Hallöchen,
      Danke! Ich kann's ja wirklich immer noch nicht so richtig realisieren :D Aber es ist schon wirklich eine Menge!
      Oh, das freut mich :)

      Liebste Grüße ♥

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