Rezension | Begegnung um Mitternacht von KJ Charles

25. April 2016 | |
LYX | Originaltitel: Think of England
256 Seiten | Taschenbuch | 8,99€

Klappentext
England 1904: Vor zwei Jahren raubte ein schreckliches Unglück Captain Archie Curtis seine Zukunft beim Militär. War es ein Unfall oder Sabotage? Fest entschlossen, die Hintergründe aufzudecken, nimmt er eine Einladung auf ein abgelegenes Anwesen an. Ebenfalls zu Gast ist Daniel da Silva – dekadent, exotisch und kultiviert. Der Poet verkörpert alles, was der geradlinige Offizier fürchtet, und übt doch eine ungeahnte Anziehungskraft auf Curtis aus. Und während die elegante Fassade der Gesellschaft zu bröckeln beginnt und darunter Verrat, Erpressung und Mord zum Vorschein kommen, stellt Curtis fest, dass er den faszinierenden Daniel braucht wie keinen Menschen zuvor …


Handlung & Umsetzung
Die Handlung entwickelt sich wie ein normaler Liebesroman in der angesetzten Zeit. Es gibt einen Protagonisten, einen Konflikt und später einen Love-Interest.
Der Konflikt hier ist, dass Curtis vermutet, sein Gastgeber hätte Waffen eines konkurierenden Waffenlieferants manipuliert, sodass Curtis im Einsatz seine Finger und ein paar seiner Kameraden verloren hat. Er reist nur in Sir Huberts Anwesen, um herauszufinden, was hinter diesen Gerüchten steckt.
Dort erfährt er dann, dass Sir Hubert auch mit Erpressungen Geschäfte macht, wodurch sich der Konflikt zuspitzt. An sich ein spannender Verlauf, der aber leider einfach nichts neues geboten hat. Es ist nicht besonders überraschend oder verblüffend.
So geht es dann leider auch weiter. Curtis und der offenkundig homosexuelle Daniel müssen zusammenarbeiten und durch ein paar brenzlige Situationen kommen sie sich näher. Die "Liebesgeschichte" der beiden entwickelt sich dann in Höhen und Tiefen, weil Curtis nicht davon ausgeht, dass er selbst auf Männer stehen könnte.
Erst das Ende des Buches hat mir dann wieder so richtig gefallen, auch wenn es überaus kitschig war.

Charaktere
Vom Protagonisten Curtis habe ich leider kein gutes Bild bekommen können. Er war mir während der gesamten Geschichte fern, was unter anderem auch daran liegen könnte, dass er immer mit Nachnamen erwähnt wurde, was ich für einen Protagonisten etwas eigenartig finde.
Daniel de Silva hat hingegen einen umfangreichen Eindruck hinterlassen. Ihn habe ich mir, abgesehen vom Äußerlichen, sehr gut vorstellen können und ich mag seinen Charakter sehr gerne. Er ist weltgewandt, interessant und vielseitig.

Schreibstil & Gestaltung
Den Schreibstil empfand ich als sehr gewöhnungsbedürftig, weil die Handlung eher oberflächlich erzählt wurde. Mir hat die Tiefe gefehlt, durch die ich mich als Teil der Geschichte fühle.


Begegnung um Mitternacht war mein erster GayRomance-Roman. Durch dieses Buch habe ich gemerkt, dass ich dem Genre nicht abgeneigt bin, aber es hat mich nicht wirklich begeistern können. Die Charaktere waren mir zu flach, der Schreibstil nicht tiefgehend genug. Trotzdem war die kleine Romanze der Protagonisten erfrischend und die Handlung an sich hatte Potenzial.





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Kommentare:

  1. Hey Kate,

    schade, dass dein erster Anflug in das Genre nicht so erfolgrecich war. Lass dich dadurch nicht abschrecken.
    Thematisch klingt es echt interessant, aber es scheint ja mehr in Richtung Thriller zu gehen und da gefallen mir die Gaybücher meist nicht so. Irgendwie kommt mir da ein Aspekt immer zu kurz :D
    Das Cover von dem Buch gefällt mir gut, aber nachdem was du erzählst, ist das wohl nichts für mich.

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    1. Hallöchen,
      das Buch war nicht wirklich schlecht, aber einfach nicht das, was ich mir erhofft/vorgestellt habe. Vielleicht lag es wirklich an dem Thriller-Anteil wie du sagst.
      Das Cover ist aber wirklich toll, ja :)

      Liebste Grüße ♥

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  2. Hi Kate,

    ich bin ja auch schon um das Buch "rumgeschlichen", allerdings hat mir der Klappentext nicht ganz so gut gefallen. Wenn du nun schreibst, es bleibt eher oberflächlich, ist es genau das Gegenteil von dem, was ich an Gay Romances so mag, nämlich, dass sie total gefühlvoll und tiefgehend sind.

    LG Desiree

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    1. Hallöchen,
      ich glaube, "oberflächlich" ist eine ganz gute Beschreibung, weil mir tatsächlich ein bisschen die Tiefe gefehlt hat. Es ging insgesamt einfach in eine komplett andere Richtung als ich dachte und der Protagonist war mir irgendwie so fern...

      Liebste Grüße ♥

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