Rezension | Die Schattenkriegerhexe von T. J. Sabo

4. April 2016 | |
Drachenmond | eBook
200 Seiten | 3,99€

Klappentext
Was, wenn man zu dem werden muss, was man hasst, um die zu retten, die man liebt?
Innerhalb kürzester Zeit fallen mehrere Hexen Vampirangriffen zum Opfer. Die Schattenkriegerhexe Jowna begibt sich auf die Jagd nach den Tätern, dabei macht sie eine erschreckende Entdeckung. Den Vampiren ist es gelungen, aus den Hexen Hybriden zu erschaffen, deren magische Kräfte sich nach der Wandlung um ein Vielfaches verstärken. Jowna erhält unerwartet Hilfe von dem charismatischen Jäger Connlan. Vom ersten Moment an funkt es heftig zwischen ihnen, doch er verbirgt etwas vor ihr. Dann entpuppt sich ausgerechnet Connlans Geheimnis als Schlüssel zum Erfolg gegen die übermächtigen Hybriden.
Und plötzlich steht Jowna vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens.


Wir ihr vorangegangenen Beiträgen entnehmen konntet, finde ich den Drachenmond Verlag sehr sympathisch und bin begeistert von der Nähe zu den Lesern. Deshalb habe ich mich sehr auf mein erstes Drachenmond-Buch gereut, das eigentlich Dunkelherz werden sollte. Durch eine Leserunde ist Die Schattenkriegerhexe dem aber zuvor gekommen.
Ich hatte relativ hohe Erwartungen, die leider nicht erfüllt werden konnten.

Handlung & Umsetzung
Es geht um Jowna und Connlan, die schon einmal ein sehr typisches Pairing darstellen: Der nichtmordende Vampir und die starke Jägerin. Das Besondere ist hier, dass Jowna eine Hexe ist. Das war es dann aber auch schon wieder an Besonderheiten. Denn der Rest entwickelt sich sehr klischeehaft. Die Protagonisten fühlen sich unerklärlicherweise extrem stark zueinander hingezogen, ihre besten Freunde bandeln an, Jowna ist eine Hexe und eine Vampirjägerin, aber ihr Vater hast Magie und alles, was damit zu tun hat, Connlan verabscheut, was er ist, und muss sich unbedingt an einen völlig schwachsinnigen Schwur halten, und Jowna scheint sich zu der einen Person zu entwickeln, die alle retten kann.
Auch hier muss ich das bemängeln, das ich bei rund 90% meiner gelesenen Bücher bemängle: Die Liebesgeschichte entwickelt sich zu schnell.
Connlan und Jowna kennen sich gerade mal ein paar Tage. Dass sie miteinander schlafen, ist noch nicht unbedingt das Problem, denn das ist in Fantasybüchern mit ein wenig Erotikanteil oft recht früh der Fall. Es liegt eher daran, dass Connlan sofort davon spricht, dass er in seiner persönlichen Hölle ist, weil er nicht mehr in ihre Nähe kommen kann, dass beide ständig Schmetterlinge im Bauch haben und sich zueinander hingezogen fühlen. Es ist einfach zu viel für nur ein paar Tage.

Charaktere
Aus den meisten Charakteren bin ich nicht ganz schlüssig geworden. So ist Jowna zum Beispiel eine Hexe, dann erfährt der Leser irgendwann, dass sie außerdem eine Jägerin ist und zum Schluss wird dann noch im Nebensatz erwähnt, dass sie eine legendäre Jägerin ist, nämlich eine Schattenkriegerin. Meiner Meinung nach hätte das für den Leser aber schon viel früher klar sein müssen, immerhin ist sie die Protagonistin und die sollte der Leser doch besonders gut kennen.
Connlan ist da schon etwas durchschaubarer, bietet einem durch Rückblenden Einblicke in seine Vergangenheit. Aber auch hier, war einiges nicht ganz klar. Denn es wird nie erklärt, wie Connlan denn genau zu einem Vampir geworden ist, also wie die Verwandlung funktioniert.
Dennis ist der einzige, der vom Namen her in das deutsche Setting passt, der dafür aber mit Worten wie „Kreizsacklzement“ sehr aus der Reihe tanzt. Für das deutsche Setting passt seine Ausdrucksweise vielleicht recht gut, aber in die Geschichte fügt es sich nicht ein.
Und dann gibt es noch die beste Freundin, deren Namen ich leider nicht mehr weiß, die die typische BFF ist. Sie bandelt mit dem besten Freund des männlichen Protagonisten an, was ich schon aus unzähligen Büchern kenne und allmählich leider langweilt.
Abgesehen davon wurden sehr viele Namen und Personen genannt – zu viele. Ich wusste irgendwann nicht mehr, wer wer ist, und auch nicht, wie sie aussehen.
Von dem sprunghaften Verhalten der Charaktere möchte ich gar nicht erst anfangen. Eine ältere Dame benimmt sich nach einem Vampirangriff total locker, als würde ihr das fünfmal täglich passieren, auch Jowna vergisst den Angriff bei der Aussicht auf ein Date mit Connlan sofort.

Schreibstil & Gestaltung
Ich bin mir sicher, dass die Bücher sehr schön gestaltet sind. Denn das sind Drachenmond-Bücher ja immer. Da ich nur das eBook habe, kann ich zur Gestaltung natürlich nicht viel sagen. Was mir allerdings aufgefallen ist, ist, dass die Rückblenden, also Connlans Erinnerungen, nicht besonders gekennzeichnet sind, sodass es manchmal schwer ist, es auch als Rückblende zu identifizieren. Ich weiß nicht, ob das beim Printbuch anders ist, beim eBook ist es jedenfalls ein bisschen schlecht gelöst.
Aber nun zum Schreibstil, der mir leider überhaupt nicht gefallen hat. Ich gehöre zu den Menschen (ich hoffe, es gibt mehrere unserer Art!), die diese präsenten Gedanken nach dem Schema „Es passiert etwas und die Protagonistin denkt: Was ist da denn passiert? Wieso kann sie das tun?“ absolut nicht leiden kann. Viele mögen diesen Stil ja und das ist auch völlig in Ordnung, nur mir gefällt er nicht. Und da es in diesem Buch nur so von präsenten Gedanken wimmelt, konnte mich der Schreibstil einfach nicht überzeugen.
Zudem wurden häufig Geschehnisse angerissen, aber nicht weiter erklärt, weshalb es mir teilweise schwerfiel, der Handlung zu folgen. Auch überraschende Momente wurden von den Charakteren etwas seltsam aufgenommen.


Die Liebesgeschichte entwickelt sich viel zu rasant, den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten kann man nicht immer folgen und insgesamt ist das Buch nicht sehr mitreißend geschrieben. Die Charaktere empfand ich eher als nervend, die Handlung als klischeehaft, weshalb ich mich nach ca. 61% dazu entschieden habe, das Buch abzubrechen.




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Vorheriges Buch: Poison Princess

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