Rezension | Wie mich die Biss-Reihe zum Lesen brachte

13. Juni 2016 | |

Ihr Lieben,
heute gibt es mal eine etwas andere Rezension. Lange habe ich überlegt, wie ich euch von Büchern erzählen kann, die ich vor meiner Bloggerzeit gelesen habe. Weil ich so ein schlechtes Buchgedächtnis habe, fällt es mir eher schwer, Rezensionen zu Büchern zu schreiben, die ich vor langer Zeit gelesen habe.
Weil ich darauf aber nicht verzichten möchte, habe ich mich dazu entschlossen, Pseudo-Rezensionen über diese Bücher zu schreiben. Wenn ich also mal keine Rezension für den Rezensions-Montag zur Hand habe, werde ich euch ein bisschen über bereits gelesene Bücher von mir erzählen. Und was bietet sich da für den Anfang besser an als die Reihe, die mich zur Leseratte gemacht hat?


Wie mich die Biss-Reihe verzaubert hat

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, an dem mich damalige Freundinnen zur Vorpremiere von Twilight ins Kino geschleppt haben. Damals kannte ich die Bücher nicht, hatte als Nicht-Leser noch nie etwas von ihnen gehört. In den Film bin ich also nur mitgegangen, weil es einen Rabatt gab, wenn man zu vier hingegangen ist.
Heute bin ich unglaublich dankbar dafür!
Das Kino war rammelvoll. So ein volles Kino habe ich danach nur noch zum letzten Teil von Harry Potter gesehen. Weil ich nicht wusste, was ich von dem Film erwarten sollte, bin ich ohne Ansprüche reingegangen, hab einfach nur zugeschaut und fand ihn eigentlich ganz gut. Biss ... Edward die Cafeteria betreten hat und alle (wirklich alle!) im Kinosaal angefangen haben zu kreischen. So etwas verrücktes hab ich noch nie erlebt!
Aber was soll ich sagen? Es hat mich mitgerissen, ich war mit meinen 14 Jahren begeistert, sofort in Edward verliebt und von der ersten Sekunde an ein Hardcore-Fangirl. Danach hab ich mir die Bücher vorgenommen und jedes innerhalb zwei Tagen durchgelesen, was schon sehr erstaunlich für jemanden ist, der zuvor für ein Buch mehrere Monte gebraucht hat (und noch dazu generell schon ein sehr langsamer Leser ist).

Die Biss-Reihe hat mich verzaubert. Wenn ich die Bücher gelesen habe, habe ich im Hier und Jetzt gar nicht mehr existiert, es war ein unbeschreibliches Gefühl. Auf der Suche nach diesem Gefühl und weiteren fantastischen Abenteuern bin ich dann zur Leseratte geworden und bin sehr froh darüber.
Diesen Zauber habe ich seitdem aber bei keinem Buch mehr so verspürt. Vielleicht war das so eine Buch-Liebe, die man nur einmal in seinem Leben findet.


Band 1: Bis zum Morgengrauen

Carlsen | Originaltitel: Twilight | Gebundenes Buch
512 Seiten | 19,90€

Klappentext
Mit Romantik oder gar Leidenschaft hätte Bella ihren Umzug nach Forks, einer langweiligen, ständig verregneten Kleinstadt in Washington State, kaum in Verbindung gebracht. Bis sie den geheimnisvollen und attraktiven Edward kennen lernt. Er fasziniert sie, obwohl irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. So gut aussehend und stark wie er kann kein gewöhnlicher Mensch sein. Aber was ist er dann? Die Geschichte einer verbotenen Liebe, einer Liebe gegen alle Vernunft. Die so viele Hindernisse überwinden muss, dass man auf jeder Seite mitfiebert. So romantisch und spannend, dass dem Leser bei diesem wunderschön geschriebenen Buch eine Gänsehaut über den Rücken läuft.

Meine Meinung

Biss zum Morgengrauen war wohl irgendwie der Vorreiter für alle "Mädchen zieht in Kleinstadt und trifft dort geheimnissvollen Typen"-Bücher. Und obwohl es davon mittlerweile so viele gibt, finde ich sie immer noch toll. Ich mag diese Art von Geschichte und fand sie bei der Biss-Reihe schon absolut fantastisch.

Für mich war in dem Buch einfach alles stimmig. Die tollpatschige Bella, der mysteriöse Edward, seine grandiose Familie, die ich vom ersten Moment an geliebt habe (bis auf Rosalie vielleicht) und Bellas Schulfreunde.

Auch die Handlung war toll. Bella, die immer wieder auf Edward trifft, sich selbst ständig in gefährliche Situationen bringt und von ihm gerettet werden muss. Ja, mir ist bewusst, dass das klischeehaft ist, ich das bei vielen Büchern bemängle, aber damals war ich nunmal vierzehn Jahre alt. Es hat mich angesprochen, verzaubert und ich war völlig hin und weg.

Diese Reihe hat auch meine Liebe zu Vampiren geweckt. Und auch wenn der Markt mittlerweile von Vampirbüchern überschwemmt wird und ich eigentlich nichts mehr davon lesen will, werden Vampire immer in meinem Herzen sein. Ich liebe einfach die Geschichten über sie, wobei ich zugeben muss, dass mir die klassischen "in der Sonne verbrennen"-Vampire etwas lieber sind als die glitzernden.


Band 2: Bis zur Mittagsstunde

Carlsen | Originaltitel: New Moon | Gebundenes Buch
560 Seiten | 19,90€

Klappentext
Für immer mit Edward zusammen zu sein – Bellas Traum scheint wahr geworden!
Kurz nach ihrem 18. Geburtstag findet er jedoch ein jähes Ende, als ein kleiner, aber blutiger Zwischenfall ihr fast zum Verhängnis wird. Edward hat keine andere Wahl: Er muss sie verlassen. Für immer. Bella zerbricht beinahe daran, einzig die Freundschaft zu Jacob gibt ihr die Kraft weiterzuleben.

Da erfährt Bella, dass Edward in höchster Gefahr schwebt. Und sein Schicksal liegt in ihren Händen. Sie muss zu ihm, rechtzeitig, bis zur Mittagsstunde ….

Meine Meinung

Ich weiß noch genau, wie sehr mich dieses Buch mitgenommen hat. Edward hat in Biss zur Mittagsstunde nicht nur Bellas Herz gebrochen, sondern auch meines. Ich habe mit ihr gelitten, als wäre es wirklich mein Schmerz.
Okay, ich bin was Bücher und Filme betrifft sowieso sehr emotional und nah am Wasser gebaut, deshalb ich das wohl auch kein Wunder. Aber dieses Buch war wirklich schlimm für mich.

Bis Jacob aufgetaucht ist, der mir im ersten Band noch gar nicht wirklich aufgefallen, mir im zweiten Band aber sehr ans Herz gewachsen ist. Anfangs mochte ich ihn überhaupt nicht wegen seiner ruppigen Art und weil er Bella ständig loswerden wollte. Doch dann ... war er für Bella da, hat sie aufgemuntert und ja, sich zu seinem Pech in sie verliebt.

Durch ihn kamen neue Wesen in die Geschichte dazu. Nämlich die Werwölfe oder Gestaltwandler, wie man sie auch nennen will. Das Wolfpack mochte ich auf Anhieb. Die Idee von Werwölfen, die ihr Reservat vor Vampiren beschützt mit all den Legenden hat sehr gut in die Geschichte gepasst und alles noch einmal spannender gemacht.




Band 3: Bis zum Abendrot

Carlsen | Originaltitel: Eclipse | Gebundenes Buch
624 Seiten | 22,90€

Klappentext
Bellas Leben ist in Gefahr. Seattle wird von einer Reihe rätselhafter Mordfälle erschüttert, ein offensichtlich blutrünstiger Vampir sinnt auf Rache. Und seine Spuren führen zu Bella. Aber damit nicht genug: Nachdem sie wieder mit Edward zusammen ist, muss sie sich zwischen ihrer Liebe zu ihm und ihrer Freundschaft mit Jacob entscheiden - wohl wissend, dass sie damit den uralten Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen neu entfachen könnte ...

Meine Meinung

Band 3 der Biss-Reihe hat mir nicht ganz so gut gefallen und es ist auch der Band, von dem ich noch am wenigsten weiß. Bella und Edward sind endlich wieder vereint, aber natürlich müssen neue Probleme auf sie zukommen.

Diese Probleme sind Victoria und ihre Vampir-Armee. Biss zum Abendrot ist sehr actionreich und spannend, das kann man nicht bestreiten. Ich mochte das Buch auch, aber es war einfach nicht ganz so gut wie die Vorgänger und ist mir nicht gut im Gedächtnis geblieben.


Band 4: Bis zum Ende der Nacht

Carlsen | Originaltitel: Breaking Dawn | Gebundenes Buch
800 Seiten | 24,90€

Klappentext
Wenn man von dem getötet wird, den man liebt, hat man keine Wahl. Wie kann man fliehen, wie kämpfen, wenn man damit dem Geliebten wehtun würde? Wenn das eigene Leben das Einzige ist, was man dem Geliebten geben kann, wie kann man es ihm dann verweigern?
Wenn es jemand ist, den man wirklich liebt?
Ein Jahr voller Glück, aber auch voller Schmerz liegt hinter Bella. Ein Jahr, in dem sie fast zerbrochen wäre, weil ihre Leidenschaft für Edward und ihre innige Freundschaft zu Jacob einfach unvereinbar sind. Aber nun ist ihre Entscheidung gefallen. Unwiderruflich, auch wenn es so aussieht, als setze sie eine Entwicklung in Gang, die möglicherweise verheerend für sie alle ist.
Noch hofft Bella, die verschieden Fäden ihres Lebens wieder zusammenführen zu können, da droht alles für immer zerstört zu werden ... 

Meine Meinung

Biss zum Ende der Nacht ist das große Finale der Reihe und leider auch das Buch, das mit am wenigsten gefallen hat. Schon lange vor Erscheinen gingen Gerüchte herum, dass Bella und Edward in Band 4 ein Kind bekommen würden. Damals hab ich das für absolut abwegig gehalten, weil es anatomisch einfach nicht möglich ist. Wie soll ein Vampir, dessen Körper sich nicht mehr verändert zeugungsfähig sein.

Als das dann wirklich passiert ist, Bella und Edward ein Kind bekommen haben und ihm einen absolut fürchterlichen Namen gegeben haben, bin ich aus allen Wolken gefallen. Die Abneigung, die ich gegen Bella im Laufe der Reihe aufgebaut habe, ist in diesem Band auf die Spitze getrieben worden.

Ihre Verwandlung war spannend, das auf jeden Fall, doch alles danach ... da hat mir tatsächlich der Film besser gefallen als das Buch und das ist ja sehr, sehr selten. Die Tatsache, dass Jacob sich auf die Tochter der Frau, in die er einmal so sehr verliebt war, geprägt hat finde ich aber im Film und im Buch einfach nur katastrophal. Das Gespräch darüber, dass Jacob mal in Renesmes Mutter verliebt war, will ich nicht miterleben. Kam und kommt mir immer noch wie eine kleine Notlösung für Jacob vor.



Die Filme


Man kann wohl nicht bestreiten, dass der Hype um Twilight durch die Filme erst so richtig Hand und Fuß genommen hat. Die Welt wurde geteilt in Team Edward und Team Jacob. Tattoo-Studios extra für Twilight-Tattoos schossen aus dem Boden wie nichts und das Wort "Fangirl" wurde ganz groß verbreitet.
Und die Filme sind auch wirklich nicht schlecht ... für Fans. Man kann aber auch nicht leugnen, dass die Filme und der Hype darum, die Bücher nicht immer unbedingt in einem guten Licht dastehen haben lassen. Oft habe ich mich beinahe dafür geschämt zu sagen, dass ich Twilight-Fan bin (zumindest außerhalb der Fan-Zonen).

Die Filme enthalten ein paar Fehler, für mich wichtige Details wurden weggelassen und so weiter, aber das ist bei Buchverfilmungen ja eigentlich normal und ich finde, dass bei Twilight wirklich gute Arbeit geleistet wurde.


Fazit


Die Twilight-Ära hat lange angehalten, fast genauso lange war ich Teil davon. Aber ich bin älter geworden, habe mich in andere Bücher und Charaktere verliebt, aber nie wieder wird meine Buchliebe so stark sein wie zu diesen Büchern. Das ist Tatsache und ich bin froh darüber.
Denn die Biss-Reihe hat mich zum Lesen gebracht. Durch sie bin ich jetzt da, wo ich bin: eine kleine Leseratte mit relativ erfolgreichem Buchblog und einer Ausbildung zur Buchhändlerin. Durch diese kleine Entscheidung, mir diesen Film anzusehen, hat sich einfach so viel verändert. Das ist einfach unglaublich und unbegreiflich!
Aber das Lesen ist ja nicht das einzige, das diese Ära beeinflusst hat. Denn durch Twilight bin ich dem Schreiben einen Schritt näher gekommen. Denn eigentlich kann man sagen, dass mit Fanfictions alles angefangen hat. Mit ihnen habe ich das Schreiben angefangen, dazu gelernt und gemerkt, wie viel es mir bedeutet.

Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich der Biss-Reihe und Stephenie Mayer unglaublich viel zu verdanken! ♥


Welches Buch hat eure Leseliebe entfacht?

Kommentare:

  1. Hallo Kate,
    ahaha, ich musste gerade herzhaft lachen - und zwar als ich mir vorstellte, wie alle im Kino beim Eintreten von Edwar din die Schulcafereria zu kreischen anfingen! Ich kann es mir wirklich bildlich vorstellen!
    Ich selbst habe damals den Hype um die Reihe nicht verstanden und mich für "zu erwachsen gehalten" (Immerin war ich über die Mitte 20 hinaus als der Film rauskam) ... aber meine kleine Schwester, 16 Jahre jünger als ich, war total im Twilight Fieber. Irgendwann, ich glaube nicht, dass es mehr als 4-5 Jahre her ist, hat die Neugierde dann gesiegt und ich hab mir den Film angesehen ... frag nicht nach Sonnenschein ... aber ich habe natürlich inzwischen die Komplette DVD Reihe zu Hause. Wenn ich mal so einen richtig schlechten Tag hatte und einfach abtauchen will aber zu müde bin, dann gucke ich mit Twilight an .. muntert mich 100%ig wieder auf. Also kitsch hin oder her, ein wunderabrer all-time klassiker, der sich schmachtend anschauen lässt und für gute Laune sorgt!

    Viele liebe Grüße
    Kati

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    1. Hallöchen,
      ja, es war irgendwie so unwirklich und im Nachhinein muss ich beim Gedanken daran auch immer Schmunzeln :D
      Ja, das stimmt. Die Filme heitern einen wirklich immer auf. Ich hätte jetzt tatsächlich auch wieder Lust darauf :D

      Liebste Grüße ♥

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