Rezension | Heimweh nach dem Ort, an dem ich bin von Thommie Bayer

21. November 2016 | |
Piper | Tagebuch
224 Seiten | 8,99€

Inhalt
Eigentlich ist er immer nur geflohen. Vor jedem Schmerz, jeder Niederlage und vor sich selbst. Das wird ihm klar, als er den Ort findet, den er vielleicht sein Leben lang gesucht hat: einen Bungalow inmitten von Weinbergen, Ahorn und Holunder. Mit der Hilfe einer Katze, die ganz selbstverständlich mit ihm spricht, und einer Nachbarin, die ihm ebenso selbstverständlich ihre Freundschaft schenkt, begreift er den Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein – und dass er sich entscheiden muss für ein Leben mit sich selbst.


Handlung & Umsetzung
In diesem Buch geht es um einen Protagonisten, dem Plagiat vorgeworfen wird, und wie er damit umgeht. Wobei nicht die Handlung im Vordergrund steht, sondern eher die Charakterentwicklung.
Demnach ist die Handlung auch nicht unbedingt spannend. Der Protagonist macht "Urlaub", um sich eine Auszeit zu gönnen. Er möchte dennoch seiner Arbeit nachgehen, wird aber immer wieder von der sprechenden Katze abgelenkt, die von da an bei ihm wohnt, und von den netten Vermietern seiner Ferienwohnung.
Das an sich sorgt nicht unbedingt für einen Spannungsfaktor oder dafür, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können.

Charaktere
Die Charaktere tun es aber auf jeden Fall. Für einen Autoren gibt es wohl nichts schlimmeres, als den Plagiatsvorwurf, wenn das überhaupt nicht beabsichtigt wird. Und als wäre das nicht schlimm genug, wird der Protagonist auch noch von seinem Verlag mit den Vorwürfen alleine gelassen.
Es ist interessant mit anzusehen, wie die Hauptperson damit umgeht, wie es sie fertig macht, so sehr belastet, dass sie nichts mehr zustande bekommt und wie sie darüber hinwegfindet.
Der wahre Star in diesem Buch ist jedoch die sprechende Katze Isso. Mit ihren frechen Sprüchen und der neunmalklugen Art bringt sie einen durchweg zum Lachen.

Schreibstil & Gestaltung
Der Schreibstil ist schön angenehm und dennoch nicht ganz anspruchslos. Die Sprache ist schön, man hat beim Lesen das Gefühl, eine tolle Geschichte kennen zu lernen, die etwas ausdrucksstärker ist, als eine Liebes- oder Familiengeschichte.



Ich bin froh, dass mir eine Kollegin dieses Buch empfohlen hat, denn gerade als Autorin bzw. Hobbyautorin ist es interessant zu sehen, wie man mit Plagiatsvorwürfen umgehen kann. Die Charakterentwicklung ist spannend, und die entstehende Beziehung zwischen Protagonist und sprechender Katze sehr schön.




Nächstes Buch: Der letzte Stern

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