Rezension | Young Elites von Marie Lu

16. Januar 2017 | |
Loewe | Originaltitel: The Young Elites | Reihe: The Young Elites (Band 1)
eBook | 416 Seiten | 14,99€



Young Elites ist so ein Buch, das schon vor Erscheinen gefühlt überall zu sehen ist. Der Hype ist vorprogrammiert, vor allem, wenn man an Marie Lus letzte Reihe „Legend“ zurückdenkt.
Und dieser Rummel um Young Elites ist nachvollziehbar, denn das Konzept klingt anfänglich vielversprechend.

Es geht um eine Welt, in der Menschen durch ein Blutfieber genetisch verändert werden. Sie weisen nach dieser Krankheit auffällige Merkmale auf und einige von ihnen verfügen über übermenschliche Fähigkeiten. Deshalb wird den sogenannten Malfettos vom Königshaus vorgeworfen, dass sie Unglück über das Land bringen. Sie werden von der Gesellschaft gemieden.
Auch Adelina ist so ein Malfetto und wird aus diesem Grund von ihrem Vater ignoriert. Und wenn er sie doch einmal beachtet, behandelt er sie nicht, wie man seine Tochter behandeln sollte.
Durch einen Unfall, bei dem Adelina zum ersten Mal ihre bisher unentdeckten Fähigkeiten nutzt, stirbt ihr Vater und sie wird des Mordes angeklagt. Sie soll hingerichtet werden, aber die Elite – oder auch die Gemeinschaft der Dolche – rettet sie. Gemeinsam mit Adelina wollen sie das Königshaus stürzen und den Malfettos ein freies Leben ohne Angst und Flucht ermöglichen.

Schon zu Beginn hat mich die Geschichte mitgerissen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Zustände in Adelinas Zuhause sind furchtbar, sie hat nur einen grausamen Vater, eine perfekte Schwester ohne Male des Blutfiebers und die Erinnerungen an ihre bereits verstorbene Mutter.
Es ist verständlich, dass sie fliehen will, als ihr Vater sie an einen unbekannten Mann als Mätresse verkauft, und die Geschichte so ihren Lauf nimmt. Es tauchen die unterschiedlichsten Charaktere auf und vor allem die Dolche sind mit ihren Fähigkeiten sehr spannend. Am interessantesten ist aber wohl definitiv die Fähigkeit von Adelina Illusionen schaffen zu können.

Was mich etwas schockiert hat, ist die Grausamkeit, die der ganzen Geschichte unterliegt. Für ein Jugendbuch ist Young Elites stellenweise doch etwas brutal. Es wird zwar nichts genauer beschrieben, aber allein die Tatsache, dass Leichen, die von innen heraus verglüht sind, gefunden werden, finde ich schon etwas … bedrückend.
Aber nicht nur Gegebenheiten, sondern auch Charaktere wirken unnötig grausam. So reicht es bei Adelina schon aus sie zu provozieren, dass sie sich vorstellt, wie sie die Finger um den Hals desjenigen legt und zudrückt, bis dieser keine Luft mehr bekommt und stirbt. Auch der Anführer der Elite geht für seine Ziele wortwörtlich über Leichen. Und so hängt über Adelina immer die Drohung „Entweder du lernst, deine Fähigkeiten zu beherrschen, oder wir töten dich.“ in der Luft.

Die Handlung wird von dem großen Ziel, das Königshaus zu stürzen, getragen und auch die obligatorische Liebesgeschichte fehlt nicht. Meiner Meinung nach ist diese etwas zu kurz gekommen und wirkt beinahe unbedeutend. So verliert auch das Ende etwas an Gewicht.



Wie erwartet ist Young Elites der Auftakt zu einem spannenden Epos. Vielen wird die Geschichte gefallen, da sie stellenweise ein richtiger Pageturner ist. Dennoch hat mich die für ein Jugendbuch ungewöhnlich harte Grausamkeit erschreckt. Die Charaktere wirken finster, was definitiv mal etwas anderes ist, mich aber nicht überzeugen konnte.
Das unerwartete Ende lässt einen mit dem Gefühl, im kalten Wasser zu stehen, zurück und auf eine spannende Fortsetzung in Band 2 hoffen. Dennoch werde ich mir erst einmal überlegen müssen, ob ich eine Geschichte mit einer so finsteren Protagonistin fortführen möchte.






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