Rezension | Im Bann des Mondes von Kristen Callihan

24. April 2017 | |


LYX | 2014 | 448 Seiten
Originaltitel: Moonglow | Reihe: The Darkest London (Band 2)
erhältlich als Taschenbuch | eBook




Nachdem ich den ersten Band dieser Reihe (Kuss des Feuers) vor zwei Jahren gelesen habe, wurde es höchste Zeit, das auch mit dem zweiten nachzuholen. Denn eigentlich hatte ich mich sehr auf Im Bann des Mondes gefreut, weil man schon im Vorgänger einen Vorgeschmack auf die Charaktere darin bekommen hat.
Und auch der Inhalt klingt sehr vielversprechend.


Nach dem Tod ihres herrschsüchtigen Ehemanns ist die junge Witwe Daisy Ellis Craigmore entschlossen, endlich das Leben in vollen Zügen zu genießen. Doch dann wird Daisy von einem Werwolf angegriffen und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Zum Glück kann sie auf die Hilfe des attraktiven Marquis of Northrup zählen, der jedoch selbst ein dunkles Geheimnis hütet.
(Quelle: LYX)


Da Daisey und Miranda, die Protagonistin des ersten Bandes, Schwestern sind, ist es wohl nicht wunderlich, dass die beiden sich irgendwie ähneln, obwohl sie vollkommen unterschiedlich sind.
Daisey gilt durch ihre Rundungen als Femme Fatale, aber eigentlich ist sie sehr unsicher und durch ihren ersten Ehemann verstört was Liebe und Leidenschaft betrifft. Sie zieht die Blicke der Männer auf sich, weiß aber überhaupt nicht, wie sie damit umgehen soll.

Dieses Sie gehört zu mir-Gefühl, das wir von Archer schon aus dem ersten Band von Beginn an kennen, bleibt hier lange aus. Ian fühlt sich zwar eindeutig zu Daisey hingezogen, für ihn steht aber ihr Schutz vor dem wahnsinnigen Werwolf in Vordergrund.
An beide hängen Erlebnisse aus der Vergangenheit, von denen sie nicht loskommen.

Die Handlung schreitet ziemlich flott voran. Immer wieder tauchen Opfer des Werwolfes aus und Ians Ziel ist es herauszufinden, wer sich hinter der Werwolfsgestalt verbirgt. Dadurch bringt er sich mitten ins Kreuzfeuer. Und auch Daisey nimmt nicht den Platz einer Zuschauerin ein.
Immer neue Wendungen bringen die Spannung zum Wachsen und man hat als Leser die Gelegenheit, selbst mitzurätseln und zu ermitteln. Wer ist der Werwolf und wieso ist er wahnsinnig?

Die Geschichte um Daisey und Ian spitzt sich zu, bis sie sich ihrer Zuneigung ergeben. Für einen Erotikroman geschieht das sogar ziemlich spät und leider ist dieser Teil wenig überzeugend. Die erotischen Szenen wirken altmodisch, was beim ersten Band nicht der Fall war, und beim Lesen habe ich mich fast ein bisschen fremdgeschämt.
Gegen Ende wird es noch einmal dramatisch, aber es gibt (natürlich) ein Happy End. Wenn ihr mich fragt, ist es ein bisschen zu happy.
Und ganz schlüssig ist es mir leider auch nicht. Es fehlen ein paar Erklärungen über Wesen, die neu in die Welt von The Darkest Minds eingeführt werden und am Ende eine wichtige Rolle spielen.

Das besondere an dieser Geschichte ist jedoch, wie die Werwölfe dargestellt werden. Denn wenn sie sich ihrer tierischen Gestalt nicht hingeben, werden sie nicht als Werwölfe, sondern als Lykaner bezeichnet. Sie bestehen aus zwei Seelen, die des Menschen und die des Wolfes. Beide kämpfen um die Oberhand und müssen eine geregelte Koexistenz erst lernen.
Außerdem können Lykaner oder Werwolfe andere Menschen nicht durch einen Biss verwandeln, sondern ihre Art nur an Nachkommen weitergeben. Diesen Teil finde ich sehr interessant und toll gelöst.


Abschließend lässt sich sagen, dass mich Im Bann des Mondes leider nicht so überzeugen konnte wie der Vorgänger. Dennoch bietet dieses Buch eine schöne Unterhaltung.
Besonders toll waren die neu eingeführten Wesen, dass man noch mehr über die Welt von The Darkest Minds erfahren hat und dass die Charaktere aus dem ersten Band auch eine kleine Rolle gespielt haben.




Weitere Bücher der Autorin

Kuss des Feuers


Vorheriges Buch: Billy the Beast
Nächstes Buch: Anima

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